Olaf Jacobsen ist ein deutscher Empathie-Spezialist und Autor. Er gilt als Pionier der klientenzentrierten Systemaufstellung. 2003 entwickelte er die Freie Systemische Aufstellung, erfand 2014 das NeuroSonanz-Modell und leitet die von ihm begründete Empathie-Schule NeuroSonanz in Karlsruhe und in Köln.

 

* 11. Juni 1967 in Neumünster, Studium in Karlsruhe an der Staatlichen Hochschule für Musik und Universität (Musik und Mathematik), Dirigent, Pianist, Tenor, Musikpädagoge, intensives Studium und Erforschung eigener Gefühle, Empathie-Coach, Systemischer und Psychologischer Coach, Unternehmensberater im Bereich "Kommunikation", Experte für Resonierende Empfindungen, Begründer der Selbsthilfe-Methode "Freie Systemische Aufstellungen" und damit Pionier der klientenzentrierten Systemaufstellung, Begründer der Empathie-Schule "NeuroSonanz", Veröffentlichung mehrerer Bücher und Artikel, Bestseller-Autor.

 

Lebenslauf Kurzfassung

Olaf Jacobsens Erkenntnisweg

 

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Olaf Jacobsen 2019


Bild aus dem Jahr 2019

 

 

Was bisher mit mir

und durch mich geschah ...

(Tabelle)

 

1967

am 11. Juni 3 Uhr morgens in Neumünster (Schleswig-Holstein) geboren

 

Olaf - drei Tage alt

 

1967

erste Gesangsstunden

1973

erster Klavierunterricht

1976

Tod meines sechs Jahre älteren Bruders (Rückenmarkkrebs)

1982

Trennung meiner Eltern

1986

Ausbildung zum C-Organisten in Itzehoe (Hartmut Bethke)

1987

Abitur (Leistungsfächer: Mathematik, Physik / nc: 1,9) am Immanuel-Kant-Gymnasium Neumünster 

1988

Wehrdienst als Technischer Zeichner (Funkeinsatzpläne) und LKW-Fahrer

1989

Wohnortwechsel nach Baden-Württemberg - ins Land der Ahnen mütterlicherseits

 

Beginn des Studiums "Künstlerisches Lehramt an Gymnasien" an der Staatlichen Hochschule für Musik und Universität Karlsruhe mit den Fächern Musik (Klavier, Gesang), Leistungsfach Chor- und Orchester-Dirigieren (bei Stephan Hoffmann, Prof. Martin Schmidt, Prof. Frank Cramer) und Mathematik

1990

Übernahme der Leitung des Chores "Liedertafel Lyra Grünwinkel"

 

Liedertafel Lyra

 

1991

zusätzliche Übernahme der Leitung des "Katholischen Kirchenchors Weingarten"

 

Katholischer Kirchenchor Weingarten

 

1992

nachträgliche Wehrdienstverweigerung

1995

zusätzliche Übernahme der Leitung des Chores "Liedertafel Hohenwettersbach"

 

Liedertafel Hohenwettersbach

 

 

Erfolgreicher Abschluss des Faches Musik an der Musikhochschule

1990
  bis
1996

Intensive und erfolgreiche Selbstanalyse und Selbsttherapie (ohne Therapeuten). Ich nutzte die freie Zeit, die ich mir während des Musikstudiums nehmen konnte, für die Auseinandersetzung mit ungeklärten Gefühlen und gehemmten Verhaltensweisen, die ich mir in meiner Kindheit angewöhnt hatte. Diese Klärungs- und Verarbeitungsprozesse schenkten mir viele Erkenntnisse über mich, meine inneren Bedürfnis-Strukturen und allgemein über das Menschsein.

1996

Beginn an der Arbeit des Buches "Nichts ist All-ein, Alles ist in Resonanz"

     aktueller Titel "So, jetzt ist aber genug! - Die Geburt einer Weltformel"

 

Februar - während der Arbeit an dem oben erwähnten Buch: Erkenntnis des universellen Grundgesetzes "Jedes Element hat den Wunsch nach Gleichgewicht" (eine Verfeinerung des Homöostase-Prinzips)

 

Erster Kontakt mit dem Familienstellen und der Kinesiologie.

Für mich waren das Resonanz-Phänomen, das bei Aufstellungen erfahrbar ist, als auch das Phänomen des Muskeltests (Körperfeedback) zwei Entdeckungen, die mir bereits ein paar Jahre vorher an mir selbst bewusst geworden waren. Außerdem waren diese konkret erlebbaren Phänomene wissenschaftlich noch in keiner Weise ausreichend evaluiert. So zog es mich in den kommenden Jahren immer mehr zu diesen beiden gesellschaftlich ungeklärten Nischen, um sie genauer zu studieren und die natürlichen Hintergründe zu verstehen:

- "Persönlichkeitsentwicklung" durch Analyse, Schmerzverarbeitung (Tränen-Yoga),
   Selbsterkenntnisse, innere Neuorganisation

- "Resonanz-Phänomene" in zwischenmenschlichen Beziehungen

Leider gab und gibt es für beides keine Studiengänge oder Forschungsbereiche, so dass ich es im Laufe meines weiteren Lebens nur autonom erforschen und Hypothesen bilden konnte.

1997

Beginn der freiberuflichen Tätigkeit als Klavier- und Gesangspädagoge

 

Entscheidung zur Exmatrikulation an der Uni Karlsruhe, da meine Unzufriedenheit mit dem aktuellen Schulsystem immer stärker wurde und ich gleichzeitig merkte, dass mein neu entwickeltes Weltbild (siehe meine ersten drei Bücher) nicht mehr zu den aktuellen Studien-Angeboten passt.

 

Ausbildungen zum "Musik-Kinesiologen" bei den Entwicklern Rosina Sonnenschmidt und Harald Knauss und "Touch-For-Health-Practitioner" im Institut für angewandte Kinesiologie Freiburg.

2000

Gründung des Olaf Jacobsen Verlags. Mir war es zu dem Zeitpunkt angenehmer, meine Bücher lieber im Selbstverlag so zu veröffentlichen, wie es sich für mich stimmig und authentisch anfühlte - nicht wie ein Verleger oder Lektor eines anderen Verlags es als stimmig empfindet. Daher ist kein Buch wirklich verlegerisch "perfekt", stattdessen aber vollständig authentisch.

 

Fertigstellung des zweiten Buches "Die Perfektion des Menschen", das aktuell unter dem folgenden Titel veröffentlicht ist: Bewegungen in neue Gleichgewichte - Bewegende Sichtweisen für unseren Alltag

1990

  bis
2001

zahlreiche Auftritte und Konzerte als Chor- und Orchesterdirigent, Counter-Tenor, Tenor, Pianist

 

 

 

   

 

2001

Abgabe der Leitung aller drei Chöre

 

Erstveröffentlichung des Buches
"Nichts ist All-ein, Alles ist in Resonanz - Mit Hilfe einer allumfassenden Sichtweise können wir hinter jedem Ungleichgewicht das Gleichgewicht erkennen"

aktueller Titel: "Die Vollkommenheit des Universums - (Das) Nichts ist All-ein / Alles ist in Resonanz"

2002

Beginn mit dem Leiten erster Aufstellungsworkshops

 

Artikel "Die Konsequenzen eines jungen Aufstellungsleiters" in Praxis der Systemaufstellung Heft 2/2002

2003

Beginn der Durchführung von kostenlosen Workshops für die selbst begründete Aufstellungsmethode "Freie Systemische Aufstellungen". Bei dieser Methode für Selbsthilfegruppen erforschen die Klienten sich selbst, indem sie über den Ablauf ihrer Aufstellung frei bestimmen. Sie werden vom Organisator der Veranstaltung begleitet und unterstützt. Dadurch handelt es sich um die allererste klientenzentrierte Systemaufstellung überhaupt.

 

   

 

 

Veröffentlichung des Buches "Das freie Aufstellen - Gruppendynamik als Spiegel der Seele"

2005

Seit Mai Zusammenleben mit Jacqueline Schwindt und ihren beiden Kindern aus erster Ehe (Patchwork)

 

Übernahme der Räumlichkeiten und der Organisation des SeminarRaumes
"kosmos-forum Karlsruhe"

 

Referent ("Das freie Aufstellen") auf dem 5. Internationalen Kongress für Systemische Aufstellungen in Köln

2005/

  2006

weitere Konzerte als Dirigent mit dem Kammerorchester Weiherfeld

 

 

2006

Veröffentlichung der drei Bücher:
"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung - Eine Anleitung zu innerem Frieden" (zunächst im Selbstverlag)
     und nachträglich:

"Nichts ist All-ein  /  Alles ist in Resonanz - Band II: Die Geburt der Weltformel" (1996)

     aktueller Titel "So, jetzt ist aber genug! - Die Geburt einer Weltformel"
"Nichts ist All-ein  /  Alles ist in Resonanz - Band III: Die Perfektion des Menschen" (2000)

     aktueller Titel: "Bewegungen in neue Gleichgewichte - Bewegende Sichtweisen für unseren Alltag"

2007

Veröffentlichung des Buches "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" (s.o.)

  wesentlich erweiterte und überarbeitete Fassung aus 2006, im Windpferd-Verlag.

  Neuer Untertitel: Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben
Das Buch schaffte innerhalb weniger Tage nach Erscheinen den Sprung in die Bestseller-Liga.  

Die 1. Auflage war nach 7 Wochen vergriffen. Nach 4 Monaten über 10.000 und nach 3 Jahren über 100.000 verkaufte Exemplare.  Rezensionen

 

Autorenbild 2007

 

 

Vater und Sohn auf der Frankfurter Buchmesse Herbst 2007

 

2008

"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" stieg im Mai bis auf Platz 5 der Bestsellerliste der Zeitschrift "Focus" und stand in der Jahresbestsellerliste auf Platz 13.

2009

im Januar Umzug nach Köln

 

von April bis September Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Vorträge, Erlebnisabende und Seminare an über 70 Orten mit über 90 Veranstaltungen.

2010

"Freies Jahr" (Veranstaltungspause) und Arbeit am Nachfolgebuch.

 

September Veröffentlichung von

"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung - Die Folgen. Mit Kritik ausgeglichen und liebevoll umgehen"

 

Autorenbild 2010

 

2011

Beginn vieler Veranstaltungen "Freies Aufstellen" in und um Köln

 

Veröffentlichung von

"Ich stelle selbst auf - Wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte durch Freies Aufstellen aktivieren"

2012

Veröffentlichung von

"Das fühlt sich richtig gut an - Gefühle erforschen, Klarheit gewinnen und den Alltag befreit leben" 

 

Veröffentlichung des ersten Kartensets für Freies Aufstellen:

"Impulskarten für Freie Systemische Aufstellungen"

 

2.6.2012:  Hochzeit mit Jacqueline in Köln und danach Umzug nach Karlsruhe

 

22.12.2012: Veröffentlichung des Internetportals UNIFEELING - ein Werkzeug, um kostenfrei gemeinsam im Internet Freie Systemische Aufstellungen mithilfe von Symbolen und Resonanzgefühlen über die Entfernung durchzuführen. Zugang über: www.unifeeling.com

2013

Arbeit am Buch "Der lebendige Spiegel im Menschen"

2014

Veröffentlichung der Bücher:

"Der lebendige Spiegel im Menschen - In Resonanz lernen-lösen-leben-lieben" (mit Jacqueline)

"Meine Eltern sind schuld!"

 

im Sommer: Beginn der Entwicklung des Konzepts für die Empathie-Schule

 

Einrichtung der "Internet-Akademie für Freie Systemische Aufstellungen" mit allen Infos über das Freie Aufstellen zum Nachlesen: www.freie-systemische-aufstellungen.academy

 

September: Auflösung des SeminarRaums "kosmos-forum" und zusammen mit Jacqueline Übernahme des neuen Seminarraums in der Theodor-Rehbock-Str. 7, Karlsruhe, der 2015 zur "Empathie-Schule NeuroSonanz" wird.

 

Websitefoto Olaf Jacobsen 2014

 

 

Entwicklung des NeuroSonanz-Modells und Prägung des Begriffs Resonierende Empfindungen

2015

Beginn des Projektes "Olafs Utopia"

 

Juni: Eröffnung der Empathie-Schule NeuroSonanz in Karlsruhe/Köln

 

August: Veröffentlichung des Buches

"Handbuch Qualität in der Aufstellungsleitung" (Hrsg.: Kirsten Nazarkiewicz, Kerstin Kuschik)

    Autor eines 30-Seiten-Beitrags über "Die Qualität bei den Freien Systemischen Aufstellungen"

 

Dezember: Veröffentlichung des Buches "Die Kriegs-Trance"

2016

27.6.: Veröffentlichung der Popin-Methode

 

sieben Monate intensive Arbeit am nächsten Buch:

Oktober: Veröffentlichung des Buches "Hilfe! Ich stehe unbewusst zur Verfügung"

 

November: Beginn der Entwicklung von Web-Seminaren auf den Plattformen "edudip" und "Sofengo"

 

Dezember: Beginn mit der Veröffentlichung von Seminar-Videos im Internet

2017

absolute Konzentration auf die Begleitung und Unterstützung meiner Frau Jacqueline, die im März eine Hirnblutung erlitt. Meine intensive Begleitung wurde aufgrund zahlreicher Spenden aus Familie, Verwandten- und Bekanntenkreis ermöglicht.

September: Umzug in unseren Seminarraum in der Theodor-Rehbock-Str. 7, Karlsruhe.

2018

Frühling: Crowdfunding-Kampagne für unser geplantes Schlaganfall-Buch "Das trifft sich gut" auf startnext.de.

 

17.11.: Veröffentlichung des Schlaganfall-Buches "Das trifft sich gut" - mit Jacqueline Jacobsen

 

Dezember: Entwicklung der Broschüre "Resonierende Empfindungen"

 

21.12.: Veröffentlichung von "Die Happy-End-Alternative", eine Glücksmethode.

2019

10.1.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "Der Mann, der sich glücklich weinte"

 

20.1.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "Das NeuroSonanz-Modell"

 

10.2.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "HauptRolle"

 

17.2.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "Heilungshierarchien"

 

4.3.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "Wie wir uns ändern und die Erde retten"

 

25.7.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "Spielregeln für eine empathische Gemeinschaft"

 

29.8.: Veröffentlichung des kostenfreien E-Books "Die tiefen Ursachen unseres Unglücks"

 

Herbst/Winter: Umwandlung aller gedruckten Bücher in E-Books (PDF/Kindle)

 

Olaf Jacobsen 2019


Olaf Jacobsen im Jahr 2019

2020

Corona-Virus Epidemie - Veranstaltungspause

 

April: Umwandlung aller gedruckten Bücher in E-Books (ePUB-Format)

 

Mai: Veröffentlichung des E-Kartensets "Stehe ich zur Verfügung?"

 

Juni: Veröffentlichung des E-Kartensets "Wie wird das Ziel erreicht?"

 

Juni: Veröffentlichung des E-Kartensets "Olafs komplette Werkzeugkiste" (nur als PDF-Datei)

 

Juni: Neuauflage von "Die Kriegs-Trance" mit neuem Titel "Die Kriegs-Trance und das Mitgefühl"

 

11.7.: Beginn der Veröffentlichung einer frei zugänglichen "Empathie-Video-Reihe" auf Youtube

 

 

 

Der folgende Text "Lebenslauf Kurzfassung" als auch weiter unten "Erkenntnisweg" darf kopiert und an anderer Stelle veröffentlicht werden - auch auszugsweise. Stand: 20.6.2020. Autor des Textes: Olaf Jacobsen.

 

Lebenslauf Kurzfassung

 

Olaf Jacobsen (* 11. Juni 1967 in Neumünster) ist ein deutscher Empathie-Spezialist, Autor und Dirigent. Er gilt als Pionier der klientenzentrierten Systemaufstellung.
Jacobsen entwickelte die Freie Systemische Aufstellung, erfand das NeuroSonanz-Modell und leitet die von ihm begründete Empathie-Schule NeuroSonanz in Karlsruhe und in Köln.

Leben und Wirken
Als Sohn des Rektors der Grund- und Hauptschule Neumünster-Wittorf und Musiklehrers Jens Jacobsen und der Organistin Elfriede Jacobsen, geb. Röhner, erhielt Olaf Jacobsen im Alter von 6 Jahren den ersten Klavierunterricht. 1982 leitete er seine erste Chorprobe. Nach dem Abitur 1987 am Immanuel-Kant-Gymnasium in Neumünster und Wehrdienst 1988 zog er 1989 nach Baden-Württemberg und begann ein Studium „Künstlerisches Lehramt an Gymnasien“ an der Staatlichen Hochschule für Musik und der Universität Karlsruhe mit den Fächern Musik (Klavier, Gesang, Dirigieren) und Mathematik. Von 1990 bis 2001 leitete er mehrere Chöre und Orchester. Als freiberuflicher Musikpädagoge (Gesang/Klavier) arbeitete er bis 2007.

Nachdem er 1996 und 2000 seine ersten beiden Bücher geschrieben hatte, gründete er im Sommer 2000 den Olaf Jacobsen Verlag. Ab 2002 begann er mit dem Leiten erster Workshops für Systemaufstellungen. Die Selbsthilfemethode Freie Systemische Aufstellung entwickelte er 2003 und veröffentlichte das dazugehörige Buch Das freie Aufstellen – Gruppendynamik als Spiegel der Seele. Seitdem arbeitet er als Empathie-Coach, Systemischer und Psychologischer Coach und als Organisator für Freie Systemische Aufstellungen. Diese erste klientenzentrierte Aufstellungsform unterscheidet sich im Wesentlichen von der herkömmlichen Systemaufstellung dadurch, dass die Teilnehmer ihre Aufstellung autonom und frei ohne therapeutische Anleitung durchführen können.

Das Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung, das im Rahmen systemischer Aufstellungen erkennbar wird, wurde Jacobsen bereits in den neunziger Jahren in zwischenmenschlichen Beziehungen bewusst. 2007 veröffentlichte er dazu seinen bekanntesten Lebenshilferatgeber Ich stehe nicht mehr zur Verfügung – Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben. Seit 2014 gibt Jacobsen diesem Phänomen die Bezeichnung "Resonierende Empfindungen".

Seit 2012 ist er mit der Heilpraktikerin Jacqueline Jacobsen, geb. Plöhn, verheiratet. Mit ihr und ihren beiden Kindern aus erster Ehe lebte er seit 2005 zusammen.

Die Empathie-Schule NeuroSonanz in Karlsruhe und in Köln gründete Jacobsen im Jahr 2015, für die er 2014 Das NeuroSonanz-Modell: Neun Basismuster entwickelt hatte.


Im März 2017 erlitt Jacqueline Jacobsen einen schweren hämorrhagischen Schlaganfall (intrazerebrale Blutung). Seitdem leben beide mit den daraus entstandenen Folgen.

 

 

 

 

Erkenntnisweg

 

Streben nach Kohärenz

Olaf Jacobsen erlebte sich in seiner Studienzeit durch innere Zustände wie Schüchternheit, Angst, emotionale Gefangenheit, Stress und durch viele Phasen von Unkonzentriertheit im Lernen blockiert. Durch autonome Selbsterforschung und erfolgreiche Selbsttherapie (Selbstheilung) gelangte er nicht nur zu Erkenntnissen über die Ursachen seiner Blockaden in der Musterbildung seiner Kindheit und in der Struktur seines aktuellen Umfeldes, sondern er beobachtete in sich gleichzeitig ein immer umfangreicher werdendes Verständnis für menschliches Verhalten.

Im Jahr 1996 während der Arbeit an seinem ersten Buch mit dem heutigen Titel So, jetzt ist aber genug! – Die Geburt einer Weltformel gelangte er zu einer für ihn neuen Interpretation des Konzepts der Homöostase: Statt „Aufrechterhalten eines Gleichgewichtszustands“ erkannte er die Grunddynamik der Selbstregulation von offenen dynamischen Systemen als „permanentes Bestreben, ein neues Gleichgewicht zu erreichen“. Durch die Einbeziehung der Zeit und damit der ständigen Veränderung von Strukturen wurde ihm deutlich, dass Gleichgewichte immer nur „fließende Prozesse“ sein können und dass ein System ein früheres Gleichgewicht in absolut identischer Form nicht wieder herstellen kann. Deshalb können Gleichgewichte nicht „aufrechterhalten“ werden. Der dynamische Prozess ist laut Jacobsen: Ein System befindet sich in einer Instabilität und strebt nach einer neuen Stabilität. Beim Erreichen dieser Stabilität hört das Streben danach auf, was zu einer Veränderung des Systems und zu einer neuen Instabilität führt und damit zu einem neuen Streben nach einer neuen Stabilität.

Jacobsen erkannte bei sich selbst das Prinzip dieser Homöodynamik und die zentrale Rolle des Kohärenzgefühls (ein Aspekt der Salutogenese von Aaron Antonovsky), mit dessen Hilfe ein System ein neues relatives Gleichgewicht identifizieren kann. Jacobsens These: Die Kombination von der permanenten Bestrebung nach besserer Stabilität innerhalb sich verändernder Umwelteinflüsse und dem Kohärenzgefühl bildet die Grundlage für Morphogenese und Evolution. Jedes System strebt auf seine individuelle Weise permanent nach einem besseren Gleichgewicht und kontrolliert das Erreichen eines (relativen) Gleichgewichts mithilfe des eigenen Kohärenzgefühls.

Nach der Entwicklung dieser Lebensanschauung sah Jacobsen keinen Sinn mehr darin, sein Lehramtsstudium vollständig zu beenden. Das Studium des Beifaches Mathematik hatte für ihn keinen Nutzen mehr. Ihm wurde deutlich: Auch wenn die Mathematik ihren unbestreitbaren Nutzen für die Menschheit hat, bewegt sie sich innerhalb bestimmter Grenzen. Sie arbeitet mit stabilen, unlebendigen Symbolen, kann dynamische Prozesse nur unvollständig abbilden und nutzt Widersprüche als Maßstab für die Identifizierung falscher Aussagen. Für Jacobsen existieren im Paradigma der dynamischen Prozesse keine Widersprüche, sondern nur Veränderungen in unterschiedlichen Tempi. Nachdem er 1995 erfolgreich die Abschlussprüfung im Fach Musik abgelegt hatte, beantragte er daher 1997 seine Exmatrikulation vor Abschluss des ersten Staatsexamens.

1996 lernte er die systemische Aufstellungsarbeit kennen und konstruierte einen Zusammenhang zwischen dem Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung und der Existenz des Kohärenzgefühls: Ein selbst-organisierendes System kann nur die Stimmigkeit eines Gleichgewichts zu seinem Umfeld in sich selbst erspüren, wenn eine besondere Form der Wechselwirkung mit dem Umfeld vorhanden ist – eine Wechselwirkung, die ein Resonanzerleben im Gefühl ermöglicht. Aus diesem Grund wählte Jacobsen 2014 für das Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung den für ihn stimmigeren Begriff „resonierende Empfindung“.

Resonierende Empfindungen
Jacobsen stellte 2014 dazu folgende These auf:
Kein „Aufstellungsfeld“ ist dafür verantwortlich, dass in einem Menschen resonierende Empfindungen entstehen. Sie sind schon immer in jedem Menschen vorhanden und stellen einen wesentlichen Bestandteil des alltäglichen Zusammenlebens dar. Allerdings ist der resonierende Aspekt der Empfindungen meist unbewusst. Man kann Empfindungen nur als „mit dem Umfeld resonierend“ identifizieren, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
Bedingung 1: Eine Person oder mehrere Personen passen sich den Zielen einer Person A an und stehen diesen empathisch zur Verfügung.
Bedingung 2: Diese Person A besitzt selbst die Fähigkeit und ist offen dafür, sich an Ziele anderer Menschen anzupassen und empathisch für sie zur Verfügung zu stehen.

Sind diese beiden Bedingungen erfüllt, dann kann Person A überdurchschnittlich häufig das aus Systemaufstellungen bekannte Resonanz-Phänomen bestätigen: Die Empfindungen der zur Verfügung stehenden Personen können stimmig den aktuellen Zielen und der momentan aktivierten Bedürfnisstruktur von Person A zugeordnet werden. Sind die Bedingungen nicht erfüllt, dann ist eine Wechselwirkung zwischen Person A und ihrem Umfeld trotzdem vorhanden. Person A kann es nur nicht bewusst wahrnehmen und bestätigen.

Erläuterung:
Wenn Bedingung 1 nicht erfüllt ist und sich niemand den Zielen eines anderen anpasst, dann folgt jeder seinen eigenen Zielen und Bedürfnissen. Es wird demnach im Verhalten der Gruppe nur sichtbar, was jeder einzelne Mensch gerade für Ziele verfolgt. Meistens passen diese Ziele nicht zusammen und der Effekt der resonierenden Empfindungen (Übereinstimmung der Gruppendynamik mit der Bedürfnisstruktur von Person A) kann nicht bestätigt werden.
Angenommen die erste Bedingung ist erfüllt, aber die zweite nicht. Eine Gruppe von Menschen passt sich den Zielen eines Menschen A an, aber Mensch A ist selbst nicht in der Lage, von seinen eigenen Zielen loszulassen. Beispielsweise hat er schmerzliche Erfahrungen gemacht, die ihn zu der Musterbildung veranlasst haben, permanent an eigenen Zielen festzuhalten, sie zu schützen, sie als „Sicherheit“ zu stabilisieren und sich gegen Veränderungen erfolgreich zu wehren. Die sich seiner Bedürfnisstruktur anpassenden Menschen entwickeln in dem Fall die Empfindung, von den eigenen Zielen nicht loszulassen. Sie „spiegeln“ in ihrem Verhalten, dass sie ihre eigenen Ziele schützen, sie als Sicherheit stabilisieren und sich erfolgreich gegen Veränderungen wehren. In diesem Fall haben sich zwar die spiegelnden Menschen angepasst, sie empfinden und verhalten sich aber, als ob sie sich nicht angepasst hätten. Für den Beobachter erscheint genau der gleiche Effekt wie in dem zuerst beschriebenen Fall: Jeder folgt seinen eigenen Zielen, kaum etwas passt zusammen, auf den ersten Blick ist keine Resonanz erkennbar.
Erst wenn beide Bedingungen erfüllt sind und alle Beteiligten grundsätzlich flexibel mit eigenen Zielen umgehen können, sie auch ohne Verlustschmerzen zurückstellen können, um sich fremden Zielen anzupassen, ist der Rahmen dafür geschaffen, dass für diese Beteiligten das Phänomen der resonierenden Empfindungen besonders gut identifizierbar wird.
Weil in zwischenmenschlichen Beziehungen meistens eine der beiden Bedingungen nicht erfüllt ist oder nicht gemeinsam über resonierende Empfindungen reflektiert wird, haben viele Menschen das Paradigma einer überwiegend nicht resonierenden Welt entwickelt.

Klientenzentrierte Systemaufstellung
Jacobsens Weltanschauung, dass jedes System nach besserer Stabilität strebt und dieses Bestreben mithilfe des Kohärenzgefühls innerhalb von resonierenden Empfindungen kontrolliert, als auch seine Erfahrung, sich selbstständig ohne therapeutische Hilfe von belastenden Gefühlen und schmerzlichen Verhaltensmustern befreit zu haben, ließ ihn eine Form der Systemaufstellung entwickeln, die 2003 vollkommen neu war: Nicht ein Aufstellungsleiter führt die Aufstellung durch, sondern der Klient kann selbstständig und frei entscheiden, wie er mit der Gruppe und seiner Aufstellung umgehen und wie er das Phänomen der resonierenden Empfindungen nutzen will. Der Organisator der Aufstellungsveranstaltung gibt den Rahmen der Veranstaltung vor, stellt Möglichkeiten zur Verfügung, wie man eine Aufstellung für sich nutzen kann, und sorgt dafür, dass die Rangfolge gewahrt und der Klient in seiner Chefposition gewürdigt bleibt. Dieser Aufstellungsform gab Jacobsen die Bezeichnung „Freie Systemische Aufstellungen“. Damit würdigt er die Autonomie eines jeden Menschen, die er durch das natürliche Streben nach Kohärenz, durch die Existenz von resonierenden Empfindungen als auch durch die Fähigkeit zur Selbstheilung mithilfe von Schmerzverarbeitungsprozessen begründet sieht.

Schmerzverarbeitung
Auf seinem Weg der Selbsterforschung und Selbstheilung gibt es für Jacobsen ein zentrales Werkzeug, das er seit 2015 „Tränen-Yoga“ nennt. 2019 veröffentlichte er dazu das Buch Der Mann, der sich glücklich weinte – Tränen-Yoga befreit das Gehirn, das Menschsein und die Gesellschaft. Er erkannte das Weinen seit seinem 24. Lebensjahr nicht als bloßen Ausdruck von Schmerz, Trauer oder Angst, sondern als natürlichen Verarbeitungsprozess, der nach einer gewissen Zeit eine schmerzhafte Verlusterfahrung (Tod, Trennung, emotionale Distanz, Verletzung des Körpers etc.) dauerhaft in eine normale Erinnerung mit ausgeglichenem Gefühl zu transformieren in der Lage ist. Bis heute setzt Jacobsen das Weinen gezielt und erfolgreich bei sich selbst ein, um unverarbeitete Schmerzerlebnisse vollständig zu verarbeiten. Er sieht sich als Pionier der gezielten Schmerzverarbeitung mithilfe von Tränen und ist davon überzeugt: In wissenschaftlichen Studien werde nur deshalb die befreiende Wirkung von Tränen kaum bestätigt, weil kein Mensch danach strebe, das Weinen so zu kultivieren, dass man wieder den Fluss erreicht, den man aus seiner frühesten Kindheit gewohnt ist.

Jacobsen vertritt folgende Ansicht: Wenn ein Kind sich verletzt, dann ist die spontane natürliche Reaktion ein heftiger Tränenausbruch. Es schreit und schluchzt herzzerreißend. Das Schmerzgefühl kann frei fließen und sich verarbeiten. Doch je älter ein Kind wird, umso mehr wächst es in eine Gesellschaft hinein, die den eigenen Tränenfluss hemmt. Das Kind stellt zu dieser Gesellschaft eine entsprechende Resonanz her, indem es selbst seinen natürlichen Tränenfluss zu hemmen beginnt. Die Tendenz, sich seiner Tränen zu schämen oder sich sofort zu trösten, damit der Tränenfluss möglichst bald endet, nimmt zu. Diese Entwicklung mündet in eine generelle Blockade des Weinens, so dass Tränen nur noch selten und auch nur in den schlimmsten Situationen (z. B. Tod eines lieben Menschen) zum Vorschein kommen können. Man entwickelt eine Angst, von seinen Tränen „überwältigt“ und „in die Tiefe gezogen“ zu werden. Wenn ein anderer Mensch in Tränen ausbricht, ist die übliche Reaktion „Betroffenheit“ anstelle von Ermutigung und Bestätigung dafür, dass die Tränen jetzt genau richtig sind, weil sie die Verarbeitung des erlebten Schmerzes fördern. Man spricht von „Zusammenbruch“ anstelle von „Schmerzverarbeitung“. Kaum ein Mensch fühlt sich an seiner Arbeitsstelle emotional aufgefangen und verstanden, wenn er während der Arbeit weinen würde.

Jacobsen weiß aus eigener Erfahrung, dass man für eine Schmerzverarbeitung viel Zeit und Verständnis vom gegenwärtigen Umfeld benötigt. Wenn man spürt, dass das Umfeld nicht mit Tränen umgehen kann, dann ist man nicht frei, im Extremfall in einen tiefen Prozess des herzzerreißenden Weinens einzusteigen. Und wenn kein Zeitraum zur Verfügung steht, weil man Termine hat oder von anderen Menschen gefordert wird, dann steigt man gar nicht erst in einen Prozess ein, in welchem man sich für mehrere Stunden fallen lassen kann, um ein heftiges, langes Weinen und einen anschließenden Schlaf zuzulassen. Es muss aber nicht immer so viel Zeit benötigt werden. Ab und zu genügt auch ein zehnminütiger heftiger Tränenausbruch, um einen Schmerz zu verarbeiten. Jacobsen vermutet: Die nötige Schmerzverarbeitungszeit hängt von der Stärke des Schmerzes als auch vom Grad der Vernetzung im Gehirn ab.

In seinem bisherigen Leben konnte sich Jacobsen viel Zeit dafür nehmen, sich mit den eigenen Schmerzverarbeitungsprozessen auseinanderzusetzen und ihnen äußerst viel Raum zu geben. Aus dieser Erfahrung heraus stellt er folgende Thesen auf:
1. Unverarbeitete Schmerzerlebnisse warten darauf, verarbeitet zu werden. Es gibt keinen Zeitraum, der irgendwann dafür sorgt, dass „Gras über die Sache gewachsen“ ist. Selbst in hohem Alter kann es vorkommen, dass man sich wieder an ein schmerzhaftes Kindheitserlebnis erinnert und dabei in Tränen ausbricht.
2. Ein Schmerzerlebnis benötigt eine ganz bestimmte Zeit und eine ganz bestimmte Intensität des Weinens, um vollständig verarbeitet zu werden und zu Erleichterung zu führen – manchmal über mehrere Tage und Wochen. So ist es zu erklären, dass viele Menschen sich nicht gut fühlen, wenn sie zu weinen beginnen, die Schmerzverarbeitung dann aber vorzeitig unterbrechen. Der Fehlschluss, der durch einen frühzeitigen Abbruch entsteht, ist: Tränen würden nicht befreien.
3. Während des Weinens fühlt man sich schwach. Man kann kaum stehen. Die Körperenergie scheint sich auf die Schmerzverarbeitung zu konzentrieren. Daher ist eine Position im Sitzen oder im Liegen für den Verarbeitungsprozess förderlich. Diese Schwäche und auch mögliche Schmerzen in der Brust sind so lange zu fühlen, wie der emotionale Schmerz noch nicht vollständig verarbeitet ist. Erst ganz am Ende des gesamten Prozesses entsteht das Erleichterungsgefühl – nicht schon während des Tränenflusses. Man kann beim Weinen auch nicht vorausfühlen, wann es endet. Man ist beim Weinen im tiefen Schmerz und erlebt es irgendwann, dass es vorbei ist und man sich besser fühlt.
4. Dass ein Schmerzerlebnis vollständig verarbeitet ist, erkennt man daran, dass man an das Erlebnis mit einem ausgeglichenen Gefühl zurückdenken kann und dabei keine Trauer, sondern Ausgeglichenheit und Freiheit fühlt. Man ist sogar in der Lage, sich in der Fantasie auszumalen, wie damals ein Happy End verlaufen wäre, ohne dass dabei noch berührende Tränen fließen. Man fühlt sich bei dieser Vorstellung gut, erleichtert und energievoll.
5. Berührende Tränen bei einem Happy-End-Erlebnis oder bei einer Vorstellung, wie ein vergangenes Schmerzerlebnis in gelöstem Zustand abgelaufen wäre, gehören zum Prozess der Schmerzverarbeitung dazu.
6. Das Weinen beendet sich von selbst, wenn entweder das Schmerzerlebnis vollständig verarbeitet ist oder wenn der Mensch erschöpft ist. In letzterem Fall setzt sich der Tränenfluss am nächsten Tag mit durch Schlaf erholtem Gehirn fort.
7. Erfolgreiche Schmerzverarbeitung führt nicht dazu, dass man gegenüber zukünftigen Schmerzerlebnissen „immun“ wird. Jeder Verlust schmerzt auf natürliche Weise und will wieder verarbeitet werden. Lebt man also beispielsweise mit einem Menschen zusammen, der durch distanziertes Verhalten immer wieder eine Verlustsituation erschafft und dadurch Schmerz in einem auslöst, muss man jedes Mal diesen Schmerz auch wieder verarbeiten. Allerdings kann erfolgreiche Schmerzverarbeitung zu der inneren Klarheit führen, sich in Zukunft solchen Verlustsituationen nicht mehr auszusetzen, wenn man die Möglichkeit hat, sie auch vermeiden zu können.
8. Das Weinen führt nicht zu Erleichterungsgefühlen, wenn man sich einen Schmerz immer wieder neu selbst zufügt. Stellt sich ein Mensch vor, in Zukunft verlassen zu werden, und weint über diese Vorstellung, dann ändern Tränen nichts an dieser Situation. Hier hat derjenige unbewusst ein Verhaltensmuster erschaffen, das in der Gegenwart ein Verlustgefühl erzeugt. Dieses Verlustgefühl wird zwar durch Tränen wieder verarbeitet, allerdings ändert diese Verarbeitung nichts an dem Verhaltensmuster, sich einen zukünftigen Verlust vorzustellen und darüber weinen zu müssen.
9. Nicht jedes schmerzhafte Erlebnis benötigt eine Verarbeitung mithilfe von Tränen. Manches Erlebnis lässt sich auch mit anderen Techniken in der unangenehmen Wirkung verringern, wie z. B. mit EMDR oder Klopfakupressur oder Systemaufstellungen. Welche Technik für den einzelnen Menschen wirksam ist, entscheidet das Kohärenzgefühl desjenigen. Man kann nur ausprobieren und beobachten, was sich stimmig anfühlt und was einem hilft.

Dass Jacobsen zu dem natürlichen Zustand der Schmerzverarbeitung zurückgefunden hat, zeigt sich u. a. durch folgende Erfahrung: Als seine Frau Jacqueline 2017 den Schlaganfall erlitt, wurde sie gleich im Krankenhaus am Gehirn operiert und anschließend mehrere Wochen auf der Intensivstation betreut. Über einen Zeitraum von zwei Monaten war ihr Gedächtnis kaum funktionsfähig. Was man ihr erzählte, hatte sie nach zehn Minuten wieder vergessen. Es war nicht klar, ob sie jemals wieder ihr volles Bewusstsein zurückerlangen würde. Dies war eine äußerst heftige Verlusterfahrung im Leben von Olaf Jacobsen. Jeden Morgen ließ er seine Tränen vollständig zu und gab ihnen den Raum, den sie benötigten. Dann konnte er energievoll mittags ins Krankenhaus fahren, um seiner Frau vollkommen zur Verfügung zu stehen und sie in ihrem Rehabilitationsprozess mithilfe von Massagen, Streicheln, Reden und Bewegungen anzuregen und zu begleiten. Mit seiner ganzen Aufmerksamkeit war er täglich über einen Zeitraum von 8 – 10 Stunden bei ihr. Auf der Heimfahrt flossen im Auto wieder die Tränen – und auch zu Hause unterstützte er durch verschiedene Maßnahmen sein Weinen, bis der Körper den entsprechenden Schmerz verarbeitet hatte. Auf diese Weise konnte Jacobsen täglich mit voller Energie und Aufmerksamkeit über ein halbes Jahr den Genesungsprozess seiner Frau im Krankenhaus als auch in der Rehabilitationsklinik begleiten – ohne Burnout, ohne Depression, ohne Verzweiflung, sondern mit viel Ausgeglichenheit, Geduld und Zustimmung zu dem, wie es jetzt ist. Die in den jeweiligen Einrichtungen arbeitenden Pfleger und Ärzte wunderten sich über seine kraftvolle Energie und empfahlen ihm wiederholt, sich doch einmal zu erholen. Doch es war keine Erholung in dem Sinne nötig. Für ihn war der Tränenfluss genau die Erholung, die er für diesen Weg benötigte. Später setzte auch seine Frau erfolgreich das Weinen ein, um ihren veränderten Zustand emotional so zu verarbeiten, dass sie unter keiner Depression zu leiden hat, sondern sich trotz körperlicher Einschränkungen ausgeglichen und glücklich fühlen kann.

Jacobsen ist davon überzeugt: Wird ein erlebter Schmerz nicht verarbeitet, dann wirkt er beständig im Gehirn, „zieht emotional runter“ und beeinflusst permanent das menschliche Verhalten. Eine Seite eines Menschen strebt danach, diesen Schmerz nachträglich und vollständig verarbeiten zu können, und wartet auf die Gelegenheit, in der der Schmerz wieder ins Bewusstsein kommen kann und ein entsprechender Verarbeitungsprozess mithilfe von Tränen (plötzlicher Tränenausbruch) möglich wird. Eine andere Seite versucht, den Kontakt mit einer schmerzhaften Erinnerung zu vermeiden, weil das Erinnern den erlebten Schmerz immer wieder zum Vorschein bringen würde. Die Vermeidung geschieht dadurch, dass man ansatzweise das Aufsteigen von Tränen spürt und sich dann sofort mit anderen Gedanken oder einem veränderten Aufmerksamkeitsfokus ablenkt. Auch wenn der Kontakt zu diesem Schmerznetzwerk erfolgreich vermieden werden kann und man sich an diese Vermeidung gewöhnt und sie dadurch unbewusst wird, wirkt es aber gerade dadurch, weil hier bestimmte Netzwerke im Gehirn aufgrund der „Hemmung“ nicht mehr frei funktionieren. Der Mensch wirkt in seinem Verhalten gehemmt, unfrei – nicht mehr spontan, frei und fröhlich. Gleichzeitig entsteht eine emotionale Abwehr gegen Impulse aus dem Umfeld, wenn diese eine erfolgreich verdrängte Erinnerung wieder anzuregen beginnen. Deshalb wird eine gewisse Lebensenergie benötigt, diese Vermeidung auf unbewusster Ebene aufrecht zu erhalten.

Das NeuroSonanz-Modell: Neun Basismuster
Jacobsens Menschenbild enthält demnach drei für ihn wichtige Aspekte:
1. Jedes System strebt nach einem besseren Gleichgewicht und steuert diese Bestrebung mithilfe des Kohärenzgefühls.
2. Resonierende Empfindungen sind ein natürliches Phänomen, das eine lebenswichtige Wechselwirkung zwischen einem Menschen und seinem Umfeld widerspiegelt und der Bildung neuer Gleichgewichte dient.
3. Natürliche Schmerzverarbeitungsprozesse in Form von Tränen transformieren schmerzliche Erlebnisse und die dazugehörigen Vermeidungsmuster in neutrale Erfahrungen und eine klare Abgrenzungsfähigkeit gegenüber neuen Gefahrensituationen.

Mit diesem Hintergrund entwickelte Jacobsen 2014 ein einfaches Modell für die Empathie-Schule NeuroSonanz, von dem er annimmt, damit das Menschsein vollständig beschreiben zu können. Dabei unterstellt er den Menschen vier grundlegende Bedürfnisse:
1. über sich hinauswachsen (bessere Gleichgewichte erreichen)
2. zu einem Teil des Umfeldes dazugehören (Gleichgewicht zum Umfeld mithilfe von resonierenden Empfindungen erreichen)
3. sich schützen, abgrenzen, unterscheiden (bei Gefahr ein schützendes, trennendes Gleichgewicht erreichen)
4. integrieren, vereinen, vereinfachen (nährendes Gleichgewicht durch Verarbeiten oder Auflösen von Trennungen erreichen)

Diese grundlegenden Bedürfnisse führen zu der Bildung von vier Basis-Verhaltensmustern, deren Aufgabe es ist, diese Bedürfnisse zu befriedigen:
1. eigene Ziele verfolgen (Jacobsen gibt diesem Muster die Bezeichnung „Spieler“)
2. dem Ziel eines anderen Menschen zur Verfügung stehen („Mit-Spieler“)
3. einem bisherigen Ziel nicht mehr folgen („Nicht-Spieler“)
4. neue Ziele integrieren durch eine empfangende Haltung: „... und auch das gehört jetzt dazu.“ (Alles-Spieler)

Wenn diese vier Basismuster im Gehirn mit ungelösten schmerzhaften Erfahrungen verknüpft sind, entstehen dadurch vier weitere Basismuster:
5. unter Druck ein eigenes Ziel verfolgen müssen („Spieler + Schmerz“)
6. unter Druck dem Ziel eines anderen Menschen zur Verfügung stehen müssen („Mit-Spieler + Schmerz“)
7. unter Druck einem Ziel nicht mehr folgen dürfen/wollen („Nicht-Spieler + Schmerz“)
8. unter Druck ein neues Ziel integrieren müssen („Alles-Spieler + Schmerz“)
Das neunte Basismuster ist laut Jacoben das neutrale „Beobachten“ (Aufmerksamkeit, Bewusstsein), das nicht mit Schmerz kombiniert sein kann, weil selbst der Schmerz beobachtet wird. Das Beobachten-Muster wird in der Abbildung für das NeuroSonanz-Modell nicht dargestellt, weil es im Beobachter der Abbildung verortet ist.
Diese neun Basismuster können teilweise gleichzeitig oder in schnellem Wechsel hintereinander aktiviert sein, was davon abhängt, nach welchem neuen Gleichgewicht der jeweilige Mensch gerade strebt und welche schmerzhaften Erfahrungen dadurch in ihm angeregt werden.

Jacobsen behauptet, dass mithilfe dieses NeuroSonanz-Modells jegliches Verhalten von Menschen auf neue und stimmigere Weise beschreibbar sei – sowohl das Verhalten von Menschen untereinander, als auch das Verhalten eines einzelnen Menschen im Umgang mit sich selbst. Das Modell stelle eine neue „Symbolsprache“ dar und unterstütze darin, dass man über zwischenmenschliche Beziehungen und Gefühle mehr Klarheit erhalte. Daher sei es dafür geeignet, die natürliche menschliche Empathiefähigkeit wieder freizulegen, sie auszubilden und auch zu trainieren.

 

Alles über das NeuroSonanz-Modell - HIER.

 

Siehe dazu auch die frei zugängliche "Empathie-Video-Reihe" auf Youtube.

 

 

Ende des Lebenslaufs

 

 

 

 

 

Alle "Selbstdarsteller" sind "potenziell unwissenschaftlich"?

Aber wer weiß dann die "Wahrheit"?
Und warum werden überall Interviews geführt, um einen
Menschen besser kennenzulernen - nur auf Wikipedia nicht?

 

Text auf WIKIPEDIA.DE - veröffentlicht am 25.6.2020

Olaf Jacobsen: „Keine Wissenschaft der Welt kennt mich und mein Leben besser, als ich selbst. Wenn die Administratoren und Autoren von Wikipedia nicht anerkennen, dass ich selbst als die Hauptquelle für alle Informationen über „mein Leben“ zu würdigen bin und besser weiß als alle anderen „Quellen“, wie genau mein Leben bisher verlaufen ist, empfinde ich mich durch Wikipedia entwürdigt. Ich empfinde zutiefst meine Menschenwürde verletzt, wenn hier ohne Abstimmung mit mir Angaben über mein Leben gemacht werden. Und ich empfinde mich in meiner Menschenwürde verletzt, wenn ich selbst Angaben über mich mache und dadurch "automatisch" als "Selbstdarsteller" entwürdigend betrachtet werde - und nicht als zu würdigende Quelle und "wissenschaftlicher Beleg".
Solange hier (auf Wikipedia) keine wissenschaftlich relevanten Aussagen anderer Menschen über mich dokumentiert werden sollen, wünsche ich daher, dass mein Eintrag über meine Person auf Wikipedia so lange gelöscht wird, bis ich selbst als auch meine Homepage als Hauptquellen für Informationen über das Thema "mein Leben" in vollem Umfang gewürdigt werden. Ich hoffe, dass Wikipedia wenigstens diesen Lösch-Wunsch von mir anerkennt.
Wenn Wikipedia weiterhin seinen Regeln entsprechen möchte, dann wird dieser Lösch-Wunsch von mir öffentlich einsehbar dokumentiert.
Schön, dass es Wikipedia gibt. Ich habe schon viel durch diese Plattform lernen dürfen. Nur in diesem Punkt bei dem Thema "Selbstdarstellung" hat Wikipedia eine Lücke.
Dass hier auch wirklich Olaf Jacobsen (geb. 11.6.1967) schreibt, können die Administratoren von Wikipedia an meiner E-Mail-Adresse erkennen, die meinem Benutzerkonto zu Grunde liegt und auch gleichzeitig auf meiner Homepage zu sehen ist. Außerdem veröffentliche ich diesen Text zur Kontrolle gleichzeitig auf meiner Homepage auf der Seite meines Lebenslaufs ganz ganz unten.“



 

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