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Hilfe! Ich stehe unbewusst zur Verfügung

Unbewusste Beeinflussungen aufdecken
für ein unabhängiges Leben

von Olaf Jacobsen




Olaf Jacobsen Verlag 2016

Broschur   424 Seiten

ISBN 978-3-936116-07-6

18,95 €       (Österreich: 19,50 €)

Inhaltsverzeichnis / Leseprobe: siehe unten
.
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Beschreibung:

Wir sind permanent von Menschen umgeben, die etwas von uns wollen – bewusst oder unbewusst. Sie wollen, dass wir etwas tun oder lassen, dass wir etwas kaufen oder unser Verhalten ändern, dass wir etwas einsehen oder zustimmen. Dementsprechend tun sie ihr Bestes, uns zu beeinflussen.
Die Quellen der Einflüsse, denen wir ausgesetzt sind, reichen von der Werbeindustrie bis hin zum eigenen Partner, von unseren Eltern und den Lehrern in der Schule bis hin zum Vorgesetzten im Job, vom Hausarzt oder Therapeuten bis hin zum Handwerker, vom Internet und deren Großkonzernen bis hin zur Filmindustrie. Dabei wirken viele Beeinflussungen auch auf der unbewussten Ebene.

Wie können wir zuverlässig all diese Beeinflussungen unseres Umfeldes erkennen? Wie durchschauen wir die Absichten anderer Menschen leichter? Wie nutzen wir Einflüsse vielleicht sogar konstruktiv für uns selbst? Wie gehen wir mit fremden Wünschen so um, dass wir uns dabei immer frei und ausgeglichen fühlen? Wie können wir uns von Beeinflussungen unabhängig machen und befreit unser ganz eigenes Leben leben?
Olaf Jacobsen eröffnet in diesem dritten Buch der „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“-Reihe höchst interessante und neue Aspekte unseres Unbewussten. Wir lernen, uns selbst erfolgreich zu beeinflussen. Dadurch schulen wir uns gleichzeitig darin, mit den Wünschen anderer Menschen leicht umzugehen und frei zu reagieren. Wir befreien uns von belastenden Beeinflussungen und erleben endlich Unabhängigkeit, während wir uns mit allem tief verbunden fühlen.

 

Inhalt

Die weise Ohnmacht
Was bisher geschah
Halten Sie es fest, bis Sie es verstehen
Ein unverbindlicher Stufenplan für den Umgang mit Beeinflussungen
Die klare Vision für den inneren Chef
    Absichtlich kein Ziel haben
    Das Ziel klären und beobachten, was passiert
    Die Kern-Vision klären und sich davon leiten lassen
    Schritt für Schritt auf das klare Ziel zugehen
    Was sind Beeinflussungen überhaupt?
Unsere grundlegende Antriebskraft, die alles steuert
Zwei grundlegende Wünsche, die unser Leben beeinflussen
Aufbau zweier Schutzschilder vor Beeinflussungen
Der Kern des menschlichen Verhaltens
    Musterbildung
    Musterautomatismus
    Musterumbildung
Was unser Gehirn alles kann
Der „lebendige“ Musterautomatismus
Unser Unbewusstes ist etwas ganz anderes, als wir bisher dachten
Der Wendepunkt zur Freiheit: Die PolyPatt-Theorie
Warum ein Wachstumsprozess stecken bleiben kann
Die überall vorhandenen Heilungshierarchien beeinflussen uns
Was könnte unsere Unabhängigkeit behindern?
    Schwierigkeit Nr. 1: Objektivität
    Schwierigkeit Nr. 2: Schlechtes Gewissen
    Schwierigkeit Nr. 3: Unnötige Selbstverletzung
    Schwierigkeit Nr. 4: Angst vor Ausschluss
    Schwierigkeit Nr. 5: Projiziertes Potenzial
    Schwierigkeit Nr. 6: Unverarbeiteter Schmerz
    Schwierigkeit Nr. 7: Eigene Heilungshierarchie
    Schwierigkeit Nr. 8: Der Placebo-Effekt
Die individuellen Realitäten
Wir reagieren auf die Realität, die wir uns selbst erschaffen
    Realität und Vision unabhängig voneinander lassen
    Der Realität neue, zieldienliche Namen geben
    Was ist näher an der Realität dran?
Die Popin-Methode: Unabhängigkeit in Verbundenheit
    Popin-Methode für visuell Veranlagte
    Popin-Methode für auditiv/kinästhetisch Veranlagte
    Unabhängigkeit mit Hilfe des Körpers
Wie kommunizieren wir mit uns selbst?
    Sich selbst Fragen stellen
    Sich Raum (und Schutz) geben
    Sich Zeit geben
    Reaktionen im Körper wahrnehmen
    Zusammenhänge herstellen
    Sich selbst beauftragen und Wünsche aktivieren
Das zauberhafte NeuroSonanz-Modell: Neun Basismuster
    Spieler: Ich folge meinem Ziel
    Mit-Spieler: Ich stehe zur Verfügung
    Nicht-Spieler: Ich mache nicht mit
    Alles-Spieler: Alles gehört dazu
    Das neunte Basismuster: Der Beobachter
    Das NeuroSonanz-Modell praktisch nutzen
Angekommen
Mit resonierenden Empfindungen erfolgreich umgehen
    Wie funktionieren Freie Systemische Aufstellungen?
    Die Resonanz im Alltag
    Lösender Umgang mit beeinflussenden Resonanzen
    Regeln für eine empathische Gemeinschaft
Musterumbildung durch leichte Selbsthypnose
Frei mit Beeinflussungen tanzen
    Stimmigkeit
    Der Tanz
Nach diesem Buch
Über den Autor

 

Leseprobe

… In diesem Buch, das Sie in Ihren Händen halten, liefere ich Ihnen nun endlich die umfassende Erklärung über uns Menschen, nach der ich seit meinem 23. Lebensjahr gesucht habe. Erst jetzt kann ich alle Puzzle-Teile schlüssig zusammenfügen. Ich biete Ihnen ein Denkmodell dafür an, warum wir Menschen uns in Kriegs-Trancen befinden, selten Mitgefühl füreinander haben können und was der natürliche Kern all unserer menschlichen Dynamiken ist. Ich erkläre Zusammenhänge, warum wir uns beeinflussen lassen, warum wir andere Menschen oft gegen ihren Willen unbedingt beeinflussen wollen, wie Einflüsse überhaupt wirken und wie wir mit Einflüssen positiv, frei und unabhängig umgehen können. Dabei werde ich die seit Sigmund Freud existierende Sichtweise „Bewusstsein / Unterbewusstsein“ erweitern und Ihnen ein neues, aus meiner Perspektive stimmigeres Erklärungskonzept der Psyche des Menschen zur Verfügung stellen.[…]
    Für dieses dritte Buch der „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“-Reihe habe ich mir erlaubt, den Titel ein wenig zu verändern. Meinem Gefühl nach beschreibt der neue Titel treffender, in welchen Einflüssen wir alle scheinbar „gefangen“ sind. Denn wir stehen uns gegenseitig zum großen Teil unbewusst zur Verfügung und beeinflussen einander permanent auf einer bestimmten Ebene. Dieses Mal werde ich neben neuen Werkzeugen, wie man mit solchen Beeinflussungen umgehen kann, auch noch beschreiben, warum das überhaupt passiert. Warum wollen wir uns bewusst oder unbewusst gegenseitig beeinflussen? Warum stehen wir uns gegenseitig zur Verfügung? Welche tiefen unbewussten Wünsche stecken dahinter? Warum hält uns die Natur in Einflüssen scheinbar „gefangen“? Was ist der positive Sinn dahinter? Worauf will uns die Natur in Wirklichkeit hinweisen und was will sie damit erreichen? Wo können wir die „natürliche Evolution“ wiederentdecken? Welcher unbewusste Chef-Anteil in uns schwingt mit dieser Natur im Gleichgewicht? – Und ich werde zeigen, auf welch überraschend einfache Weise wir uns tatsächlich von Einflüssen unabhängig machen können, ohne dabei die Verbundenheit zu unserem Umfeld zu verlieren. Meine neue Erkenntnis über den „Kern“ unseres Menschseins kann noch klarer und umfassender wirken, als der einfache Satz „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“.
    Während ich in meinem Elternhaus heranwuchs, gab es einen Anteil in mir, der darauf wartete, endlich erwachsen zu werden und selbstständig entscheiden zu dürfen. Ich wartete darauf, mich endlich unabhängig und frei fühlen zu können. Als es dann soweit war, ich mein Elternhaus verließ, mich aber nicht frei fühlte, führte diese Erfahrung dazu, dass ich mich über viele Jahre intensiv selbst zu erforschen und zu befreien begann.
    Heute stehe ich auf der anderen, erlösten Seite und kann aus der Perspektive eines emotional befreiten Menschen berichten. Ich kann erzählen, wie sich ein Mensch fühlen und welche inneren Haltungen er einnehmen kann, wenn er seine emotionalen Blockaden zum großen Teil erlöst hat. Ich zeige, was für „natürliche Abhängigkeiten“ bestehen bleiben. Denn wir bewegen uns in unserer Gesellschaft permanent innerhalb von resonierenden Empfindungen und beeinflussen uns gegenseitig. Und ich werde Ihnen Möglichkeiten anbieten, diese Abhängigkeiten ganz klar „beherrschen“ zu lernen, so dass sich Unabhängigkeits- und Freudegefühle ausbreiten.
    […] Bevor wir trainieren können, wie wir mit Beeinflussungen optimal tanzen, sollten wir uns ganz am Anfang mit der Frage auseinandersetzen, was Beeinflussungen überhaupt sind. Wann und wo erleben wir, dass wir von unserem Umfeld beeinflusst werden? Im Grunde immer und überall. Allein durch unsere bewusste und unbewusste Wahrnehmung. Jedes Lichtteilchen, das in unser Auge gelangt, jede Schallwelle, die an unser Trommelfell gelangt, jede körperliche Berührung etc. beeinflussen uns.
    Vor einiger Zeit ging ich eine Straße entlang. Da hielt neben mir ein Auto. Ein älterer Herr saß am Steuer. Die ebenfalls ältere Beifahrerin hatte ihr Fenster heruntergekurbelt und fragte mich: „Entschuldigung. Wissen Sie, wie wir zur Käthe-Paulus-Straße kommen?“
    Da war er – der Moment. Diese Frage öffnete mir alle Möglichkeiten, ganz frei das Ehepaar so zu beeinflussen, wie ich es wollte. Egal, was ich ihnen sage, sie würden mir glauben und genau die Strecke fahren, die ich ihnen beschreibe. Vorausgesetzt sie vergessen meine Beschreibung nicht und bringen in ihrem Gedächtnis nichts durcheinander.
    Natürlich habe ich ihnen den einfachsten Weg beschrieben. So fies war ich nicht, sie absichtlich in die Irre zu leiten. Aber die Möglichkeit dazu hätte ich gehabt.
Dieses kleine Beispiel enthält die Hauptpunkte, die bei dem Thema „Beeinflussung“ wichtig sind:
    - Das Ehepaar hatte eine Frage.
    - Ich hatte offensichtlich so eine Ausstrahlung, dass das Ehepaar mich für glaubwürdig und ansprechbar hielt. Weder sah ich wie ein verwahrloster Mensch aus noch hatte ich eine gewalttätige Ausstrahlung. Wäre es so gewesen, dann könnte ich mir vorstellen, dass dieses ältere Ehepaar trotz ihrer Frage an mir vorbeigefahren wäre.
    - Das Ehepaar hoffte, von mir eine hilfreiche Antwort zu bekommen.
    - Meine Worte und meine Gesten mit meinen Händen beeinflussten die Gehirne der beiden älteren Menschen, die mir aufmerksam zuhörten und zusahen.
    - Mit meiner Beschreibung konnten sie anschließend frei umgehen. Sie hatten mindestens folgende Möglichkeiten: Entweder sie vergessen meine Beschreibung wieder und befragen ein paar Kreuzungen weiter den nächsten Fußgänger. Oder sie missverstehen meine Beschreibung oder bringen sie durcheinander und verfahren sich entsprechend. Oder sie haben meine Beschreibung unterschiedlich verstanden und beginnen über die „Wahrheit“ zu streiten. Oder sie merken sich alles korrekt, folgen exakt meiner Beschreibung und kommen problemlos am Ziel ihrer Wünsche an.
    Ich verallgemeinere und fasse zusammen:
    - Person A hat eine Frage.
    - Person A sucht danach, wo und wie diese Frage am schnellsten und besten beantwortet werden könnte. Während dieser Suche lässt Person A sich von ihrem Umfeld beeinflussen (= nimmt ihr aktuelles Umfeld wahr, um suchen und entscheiden zu können).
    - Person A entscheidet sich für Person B als Antwortgeber.
    - Person A nimmt alles auf, was Person B ausdrückt. Person A lässt sich also gezielt von Person B beeinflussen.
    - Person A geht anschließend mit dieser Beeinflussung frei und selbstständig um.
    Wir sehen: Zwar geht der Einfluss vom Umfeld und von Person B aus, doch interessanterweise hat Person A letztendlich alles in der Hand. Person A ist bei jedem Schritt der Chef.
    Bisher denken viele Menschen bei Beeinflussungen, dass ein Beeinflusster hilflos den Beeinflussungen des Umfeldes ausgeliefert sei.
    Ich biete Ihnen an dieser Stelle ein erstes Umdenken an. Ich lade Sie dazu ein, mit mir zusammen einmal hypothetisch davon auszugehen, dass der Beeinflusste alles selbst in der Hand hat und mit jeder Beeinflussung umgehen kann - wenn er weiß, wie.
    - Der Beeinflusste entscheidet selbstständig, ob er an sein Umfeld eine Frage hat. Und wenn ja – welche.
    - Er entscheidet, ob und wo er nach einem Antwortgeber sucht.
    - Er entscheidet, wie intensiv und wie lange er sich vom Antwortgeber beeinflussen lässt.
    - Er entscheidet, was er selbst aus dieser Beeinflussung macht, wie er kreativ damit umgeht, wie er die Beeinflussung selbst gestaltet.
    Gehen wir einmal davon aus, dass das freie Tanzen mit den Beeinflussungen möglich ist – und zwar nicht als sich hingebender Tanzpartner, sondern als aktiv führender Tanzpartner. Lassen Sie uns nicht daran zweifeln, ob es überhaupt möglich ist, Einflüsse bewusst zu lenken, sondern lassen Sie uns schauen, wie es möglich sein könnte. Dann probieren wir es aus und beobachten das Ergebnis. Dafür möchte ich einen neuen Begriff anbieten: Wir wollen ein „Einfluss-Lenker“ werden. Wir wollen den Einfluss bewusst lenken, den wir von außen erhalten. Am besten gleich so, dass wir ein glücklicheres und freieres Leben als bisher führen. Und dass wir mit mehr Energie und Freude eigene Visionen und Ziele frei entwickeln.
    Dass wir Beeinflussungen von außen erhalten, ist unvermeidbar. Über unsere Sinnesorgane gelangen permanent Signale in uns hinein. Es sind alle möglichen Signale, die auf unterschiedlichste Weisen in uns einfließen (Schallwellen, Lichtwellen etc.) und mit denen wir dann unbewusst oder bewusst umgehen. Das ist auch gut so, denn aus diesen Signalen können wir wichtige Antworten herausziehen. Beispielsweise Antworten zu unseren Fragen, wie wir innerhalb unseres aktuellen Umfeldes optimal überleben und wie wir unsere sonstigen Ziele effizient erreichen können. Genau dazu haben wir im Laufe der Evolution unsere Sinnesorgane entwickelt. Sinnesorgane ermöglichen immer Beeinflussungen von außen.
    Sind die Signale von außen erst einmal in uns drin, dann lassen sie sich von uns auch steuern. Unser Organismus entscheidet als „Chef“ unbewusst und bewusst, welche Wirkungen und Aktionen diese Einflüsse in uns hervorrufen. Auf der unbewussten Ebene entscheiden all unsere unbewussten Anteile, wie eine Beeinflussung wirken soll. Auf der be-„wussten“ Ebene können wir Einflüsse nur lenken, wenn wir auch „wissen“, wie das geht.
    Unser großes Problem ist: Wie sollen wir Beeinflussungen bewusst lenken, wenn sie sich in unserem Unbewussten aufhalten?
    Ich biete Ihnen mit diesem Buch das Ziel an, sich immer mehr unbewusste Entscheidungen bewusst machen zu können, damit Sie zum bewussten Lenker der Beeinflussungen werden, zum „Einfluss-Lenker“, zum aktiv führenden Tanzpartner jeder Beeinflussung.
    Für den nächsten Schritt auf dem Weg zum bewussten Einfluss-Lenker beschreibe ich Ihnen im nächsten Kapitel mein Denkmodell, auf welche Weise wir Menschen unser Leben gestalten. Dabei werde ich den Kern dieses Buches berühren, der sich in den darauf folgenden Kapiteln immer mehr verdichtet.
    Weil ich einiges in meinem Welt- und Menschenbild anders sehe, als in unserer aktuellen Gesellschaft üblich, muss ich zunächst einmal ganz von vorne beginnen. Sie werden im Laufe des Buches erkennen, wozu diese Informationen gut sind, die ich Ihnen im Folgenden als „Basis“ zur Verfügung stelle. Denn alles Weitere wird Schritt für Schritt bis zum Schluss darauf aufbauen.

Einige erste Sichtweisen aus dem Buch:

Zu einer erfolgreichen Beeinflussung von außen gehören immer mindestens zwei Parteien:
jemand/etwas im Außen – und Sie.
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Sie entscheiden schon immer selbstständig (bewusst oder unbewusst), ob und wie Sie sich beeinflussen lassen.
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Wenn Sie die Rangfolge ändern und nicht mehr Ihr Umfeld über sich selbst stellen, sondern sich selbst als „Chef Ihres Erlebens“ sehen, ändern Sie dadurch die Wirkungen vieler Beeinflussungen.
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Je zufriedener Sie mit sich selbst sind, umso leichter ist es, mit negativen Beeinflussungen von außen umzugehen. Denn Ihre eigene Zufriedenheit bietet negativen Beeinflussungen kaum noch eine Angriffsfläche. Unzufriedenheiten sind „offene Wunden“, in die andere Menschen leicht ihre Finger stecken können.
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Sind Sie ohne Ziele und ohne Wünsche, dann können Sie auch von keinem Menschen beeinflusst werden. Beeinflussungen funktionieren nur auf der Basis Ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
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Sie können bestimmte Beeinflussungen sofort beenden, wenn Sie Ihr dazugehöriges Ziel oder Ihren Wunsch komplett aufgeben.
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Beeinflussungen sind immer und überall vorhanden und als „reine Schwingungen“ von Natur aus neutral.
Verknüpfen Sie Beeinflussungen mit Schmerz, dann erscheinen sie Ihnen als negative Abhängigkeit.
Im gelösten Zustand erscheinen Ihnen Beeinflussungen als positive Wachstumsenergie.
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Kanalisieren Sie die Beeinflussungen von außen, indem Sie sich etwas ganz Bestimmtes von diesen Beeinflussungen wünschen. Ihr Unbewusstes wird entsprechend darauf reagieren und die Beeinflussungen sortieren.
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Das Beeinflussungs-Prinzip:
Berührt etwas im Außen in uns einen Wunsch nach einem besseren Gleichgewicht und sehen wir selbst eine Möglichkeit, tatsächlich in ein besseres Gleichgewicht zu gelangen, dann werden wir aktiv. Das Außen hat uns wirkungsvoll beeinflusst.
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Ihre Wünsche nach besseren Gleichgewichten steuern, wovon oder von wem Sie sich beeinflussen lassen und wie Sie mit den Beeinflussungen umgehen.
Steuern Sie immer klarer Ihre eigenen Wünsche und Sie steuern damit immer klarer die Wirkungen von Beeinflussungen.
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Unser Wunsch nach Dazugehörigkeit und unser Wunsch, über uns hinauszuwachsen, sind ganz tiefe „Wünsche nach Gleichgewicht“. Wenn wir diesen Wünschen selbst eine Richtung oder Erfüllung geben, lassen wir uns nicht mehr unkontrolliert vom Umfeld beeinflussen.
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Wenn wir ein Mitgefühl für unser uns beeinflussendes Umfeld entwickeln, dann drehen wir die Rangfolge um:
Wir sind nicht mehr „Opfer von Beeinflussungen“, sondern wir sind wieder der „Chef unseres Erlebens“.
Als Chef können wir Mitgefühl und Verständnis dafür haben, dass auch unser Umfeld die Wünsche „Dazugehören“ und „Über sich Hinauswachsen“ hat.
Gleichzeitig bleiben wir unabhängig und frei, unseren ganz eigenen Wünschen zu folgen.


Ausschnitt ab Seite 99:

... Wenn wir immer wieder ein gleiches Verhaltensmuster durchführen, dann ist es wie im Training: Man trainiert sich eine Fähigkeit an. Dieses Training durch viele Wiederholungen ist unsere natürliche „Musterbildung“. Wenn dann das Muster gebildet ist, wenn man nun also die Fähigkeit besitzt und sich auch weiterhin ohne große Anstrengung ganz automatisch so verhalten kann, dann nenne ich das: Musterautomatismus
Im Sport, in der Kunst, in der Musik und auch sonst im Leben, wo wir gezielt etwas gelernt (ein Muster gebildet) haben, ist dieser Musterautomatismus ein Segen für uns. Wir brauchen ihn, um z. B. Ski fahren zu können, ohne weiter über unsere Schwungtechnik nachdenken zu müssen. Wir brauchen ihn, um Klavier zu spielen und gleichzeitig die Musik zu genießen, die wir selbst mit unseren flinken Fingern hervorrufen. Auch beim Autofahren brauchen wir den Musterautomatismus, um uns gleichzeitig mit unserem Sitznachbarn zu unterhalten oder den Verkehrsnachrichten im Radio zuzuhören. Wir brauchen ihn, wenn wir eine Sprache lernen und irgendwann diese Sprache „fließend“ beherrschen. Dieser „Fluss“ ist nur aufgrund von Musterautomatismen möglich. […]
Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich dafür nicht den Begriff „Unbewusstes“ verwende. Denn in unserer Gesellschaft ist es üblich, automatisch ablaufende Fähigkeiten zu beschreiben, indem man sagt, sie würden unbewusst ablaufen. Wir trainieren eine Fähigkeit so lange, bis sie unbewusst ablaufen kann und wir dann unseren Kopf für Neues frei haben, wie z. B. das Fahrradfahren. Wir brauchen nicht mehr darauf zu achten, wie wir das Gleichgewicht halten, sondern wir tun es unbewusst, während wir die Natur genießen oder beim Fahrradfahren an unseren Job denken oder an etwas anderes. […]
An dieser Stelle möchte ich nur kurz andeuten, warum für mich der Begriff „unbewusst“ hier nicht mehr passt:
Wenn ich beim Lesen eines Textes meine Musterautomatismen für die Wörtererkennung nutze, dann muss ich mich nicht mehr anstrengen, denn es läuft automatisch ab. Stimmt. Aber ich kann es bewusst beobachten! Ich kann bewusst beobachten, wie ich lese. Ich kann bewusst beobachten, wie ich Auto fahre, wie ich auf dem Fahrrad mein Gleichgewicht halte, wie ich meine Finger auf der Computertastatur bewege, wie ich die Computermaus bewege, wie ich Klavier spiele. Ich kann viele Musterautomatismen bewusst beobachten. In dem Moment sind sie nicht im Unbewussten. Ich muss nur keine Trainingsenergie, keinen Lerneinsatz mehr leisten. Es läuft automatisch. Und ich kann es bewusst wahrnehmen, wie es läuft. Außerdem habe ich die Wahl, ob ich meine Aufmerksamkeit darauf richte und es bewusst wahrnehme, oder ob ich meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes konzentriere, während der Musterautomatismus dann weiter unbewusst abläuft. Meine bewusste Aufmerksamkeit und der Musterautomatismus sind unabhängig voneinander. Diese UNABHÄNGIGKEIT bezeichne ich aber nicht mehr mit „Unterbewusstsein“.
Einige Seminarleiter bringen das Beispiel: „Wenn ein Tausendfüßler anfangen würde, bewusst über die Bewegungen seiner einzelnen Füße nachzudenken, würde er zu stolpern beginnen.“
Mit diesem Beispiel wollen sie erklären, dass die automatischen Bewegungen am besten unbewusst ablaufen. Aber meine Erfahrung ist da ganz anders. Ich behaupte, dass nicht die Unbewusstheit entscheidend für einen Automatismus ist, sondern die Unabhängigkeit zwischen dem Automatismus und meiner bewussten Aufmerksamkeit. Ich kann bewusst meine Finger beim Tippen auf dieser Computertastatur beobachten – und Sie können bewusst Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Lesen lenken. Dadurch werde ich nicht langsamer beim Tippen und bei Ihnen ändert Ihre Aufmerksamkeit nichts an Ihrem Leseverhalten. Nur wenn Sie beginnen würden, Ihren Lese-Musterautomatismus verändern und z. B. jeden Satz ab jetzt von hinten lesen zu wollen, dann werden Sie wieder langsamer, müssen sich mehr darauf konzentrieren und machen möglicherweise wieder vermehrt Fehler (stolpern). Denn dieses neue Muster haben Sie noch nicht automatisiert und noch nicht von Ihrer Aufmerksamkeit unabhängig gemacht. […]
Wenn der Tausendfüßler seine Füße beim Laufen bewusst beobachtet, wird er nicht stolpern! Auch wenn er darüber nachdenkt, ändert sich nichts. Erst wenn er sich entscheidet, sich anders zu bewegen, als der eingeübte Musterautomatismus abläuft, und es dann auch aktiv tut, wird sich im Automatismus etwas zu ändern beginnen und er fängt möglicherweise zunächst einmal an zu stolpern, bevor er das neue Muster automatisieren konnte.
Wenn Sie Ihre fließenden Musterautomatismen beobachten, wird sich nichts ändern. Auch nicht, wenn Sie darüber nachdenken. Nur wenn Sie sich dazu entscheiden, einen Musterautomatismus bewusst zu ändern, es aktiv tun und gezielt „Störungen“ einbauen (Ungleichgewicht herstellen), wird eine neue Musterbildung angeregt (stärkerer Wunsch nach neuem Gleichgewicht) und Sie werden erst einmal langsamer und „stolpern“ (Lernprozess).
Dementsprechend passt es für mich nicht, im Zusammenhang mit automatischen Verhaltensmustern immer davon zu reden, dass sie im „Unbewussten“ ablaufen. Automatismen können bewusst beobachtet werden als auch unbewusst weiter ablaufen. Deshalb geht es bei einer Änderung nicht darum, den Automatismus aus dem Unbewussten ins Bewusstsein zu bringen. Denn wenn wir einen Automatismus bewusst beobachten können, ändert das am Automatismus nichts. Es geht darum, den Automatismus gezielt ändern zu wollen (= Entscheidung für eine Änderung) und es auch zu tun. Und dafür sind ganz andere Werkzeuge nötig, als sich einfach nur etwas „bewusst zu machen“. Diese neue Unterscheidung ändert einiges im Umgang mit uns selbst…


Ausschnitt ab Seite 143:

Meine PolyPatt-Theorie (PolyPattern = VielMuster) lautet:
Wir repräsentieren unser Umfeld mit Hilfe von vielen verschiedenen Mustern in uns selbst. Wenn wir den Wunsch haben, uns von den Beeinflussungen aus unserem Umfeld unabhängig zu machen, dann ist die logische Schlussfolgerung, dass wir unsere Unabhängigkeit dadurch erreichen, indem wir unsere inneren Muster voneinander unabhängig machen.[…]
Wenn in Ihnen verschiedene Muster miteinander verknüpft und abhängig voneinander sind und ein Muster wird von außen beeinflusst und aktiviert, dann reagieren die damit verknüpften anderen Muster auch und werden automatisch aktiviert. Sind die Muster aber unabhängig voneinander, dann löst zwar das Außen etwas in Ihnen aus, aber lange nicht mehr alle Muster, die vorher damit verknüpft waren.
Mit „Unabhängigkeit“ meine ich: Mehrere Teile sind jeweils Teile eines größeren Ganzen und auf diese Weise miteinander verbunden. Sie können aber gleichzeitig unterschiedlichen Zielen/Wünschen folgen und sind in diesem Zusammenhang unabhängig voneinander. Unabhängigkeit innerhalb einer größeren Verbundenheit.
Beispiele: Wenn wir ein Steak essen, dann können wir mit unseren Händen unterschiedliche Dinge tun. Die Hände sind zwar beide ein Teil unseres Körpers und insofern miteinander verbunden, doch mit der einen Hand halten wir die ins Fleisch gesteckte Gabel und mit der anderen Hand bewegen wir das Messer und schneiden ein Stückchen Fleisch ab. Anschließend führen wir die eine Hand mit der Gabel zum Mund, während die andere Hand unten bleibt. Unsere Hände sind beide mit unserem Körper verbunden und agieren unabhängig voneinander.
Am Klavier spiele ich meistens mit beiden Händen. Die Hände sind Teile von mir selbst, sie gehören zu meinem Körper, können aber unabhängig voneinander unterschiedliche Dinge spielen.[…]
Diese Unabhängigkeit bedeutet selbstverständlich nicht „Trennung“, nicht „Distanz“ und auch nicht „immer unterschiedlich verhalten“. Wir können die unabhängigen Teile auch so steuern, dass sie sich absichtlich wieder gleichzeitig bewegen. Auch wenn unsere Hände in der Lage sind, sich unabhängig voneinander zu bewegen, können wir auch entscheiden, sie wieder gleichzeitig zu bewegen. Unabhängigkeit hat nichts mit „Trennung“ oder „Distanz“ zu tun, sondern mit „mehr Wahlmöglichkeiten“. Je unabhängiger bestimmte Teile voneinander sind, umso mehr Verhaltens- und Denkmöglichkeiten haben wir. Darin ist auch die Möglichkeit enthalten, die Teile absichtlich wieder gleichzeitig das Gleiche machen zu lassen.[…]
Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Lage, Ihre inneren Anteile / Muster voneinander unabhängig zu machen, so wie Ihre Hände oder Finger voneinander unabhängig agieren können. Folgender Schluss erscheint logisch: Je mehr innere Muster unabhängig voneinander agieren, umso flexibler sind diese Muster. Und je flexibler die Muster sind, umso mehr Muster stehen Ihnen zur Verfügung, um sich an Ihr Umfeld stimmig anzupassen. Ihre Wahlmöglichkeiten erhöhen sich.
Mit „Anpassung“ meine ich in diesem Fall: die Realität in sich selbst möglichst stimmig abbilden. Je mehr Pixel ein Bild hat, umso klarer kann es abgebildet werden. Mit nur wenigen Pixeln sieht man nur eine grobe Andeutung eines Bildes. Teilen Sie Ihre inneren Muster in viel mehr „Pixel“ ein und machen Sie sie voneinander unabhängig. Dann können diese lebendigen unabhängigen Muster sich flexibel bewegen und sich ihren stimmigen Platz suchen (Wunsch nach Gleichgewicht), um sich der aktuellen Realität anzupassen und stimmig abzubilden. Denn je besser Sie die Fähigkeit haben, sich innerlich anzupassen und zu sortieren, umso leichter fällt es Ihnen, das Umfeld in sich selbst nachzuvollziehen und zu verstehen. Ihre Realitätsprojektion verfeinert sich – und damit Ihre allgemeine Klarheit im Leben.
Es gibt viele wissenschaftliche Studien über Kinder, die sehr früh ein Musikinstrument gelernt haben. Die meisten Musikinstrumente erfordern viele verschiedene unabhängige Verhaltensmuster. Der Schlagzeuger muss mit Armen und Beinen die unterschiedlichsten Bewegungen unabhängig voneinander beherrschen. Die Geigerin muss mit beiden Armen und ihren Fingern sehr unterschiedliche Bewegungen unabhängig voneinander vollführen. Am Klavier müssen sowohl die Finger als auch die Hände unabhängig bewegt werden. Dies führt dazu, dass diese Kinder innerlich mehr unterschiedliche und unabhängige Muster bilden als andere Kinder. Das Ergebnis dieser Studien: Musikalische Kinder sind aufmerksamer, intelligenter und lernen schneller. Kein Wunder, denn ihnen stehen innerlich mehr unabhängige Muster zur Verfügung als anderen Kindern.
Auch das Tanzen hat eine solche Wirkung, weil dabei der Körper auf unterschiedlichste Weise bewegt wird. Nicht umsonst sagt man, dass das Tanzen genau die Sportart ist, die uns am besten bis ins hohe Alter geistig und körperlich fit hält.
Die Unabhängigkeit Ihrer inneren Muster kann Ihre Intelligenz als auch Ihre Reaktionsmöglichkeiten als auch Ihr Verständnis und Ihr Einfühlungsvermögen fördern. Gleichzeitig können Sie selbstständig und autonom werden. Sie werden zum Chef Ihres Erlebens. Auch wenn Sie Ihre Kreativität trainieren, könnte das möglicherweise Auswirkungen auf Ihre innere Unabhängigkeit und auf Ihre Intelligenz haben – und umgekehrt.


Ausschnitt ab Seite 165:

... Der Überlebenswunsch ist ein weiterer großer Wunsch, der uns in unserem Leben steuert. Auch durch diesen Wunsch kann uns unser Umfeld beeinflussen. Denn sobald uns ein anderer Mensch bedroht und wir haben Angst, dann reagieren wir und wollen uns schützen. Unser Umfeld kann uns suggerieren, dass unser Überleben bedroht ist, und sind wir ebenfalls davon überzeugt, dann ist dies für uns ein großes Ungleichgewicht. Auf dieses Ungleichgewicht reagieren wir mit einem starken Wunsch nach einem besseren Gleichgewicht: Wir werden alles daran setzen, unser Überleben zu sichern.
Weil wir auf (scheinbare oder echte) lebensbedrohliche Situationen reagieren, werden wir also von ihnen „beeinflusst“.[…]
Wenn wir verletzt werden, dann strebt alles in uns nach Schutz und nach Heilung. Das geht nicht nur uns so, sondern das ist ein starker Wunsch in der gesamten Natur des Lebendigen.
Die Natur will letztendlich heilen.
Lassen Sie uns auf unseren Körper schauen. Was passiert, wenn wir uns an einer Stelle unseres Körpers verletzt haben? Angenommen wir würden uns aus Versehen mit einer Nadel in den Zeigefinger stechen. Gleichzeitig spüren wir einen Schmerz und zucken mit der Hand zurück. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit sofort dorthin, wo es schmerzt, und entdecken, dass an der Stelle allmählich ein bisschen Blut hervorquillt. Entweder wischen wir das Blut ab oder nehmen den Finger immer wieder in den Mund und lutschen daran. Nach kurzer Zeit hört es auf zu bluten. Der Selbstheilungsprozess unseres Fingers hat begonnen. Vielleicht nehmen wir nun ein Pflaster und kleben es über diese Stelle, damit sie in Ruhe heilen darf und die kleine Wunde nicht durch Dreck verunreinigt wird. Oder wir schützen die Stelle anders, damit wir sie nicht aus Versehen noch einmal berühren, was wieder verstärkt schmerzen würde. Vielleicht halten wir nun den Finger die ganze Zeit in einer bestimmten Stellung, so dass wir nichts anderes damit berühren. Nach einigen Tagen ist die Stelle verheilt. Und sie schmerzt auch nicht mehr, wenn wir sie berühren.
Schauen wir uns unser gesamtes Verhalten noch einmal auf der Metaebene an. Was ist der Unterschied zu einer Situation, in der wir uns nicht in den Finger gestochen hätten? Oder wenn wir keinen Schmerz gespürt und kein Blut entdeckt hätten?
Wir hätten uns in keiner Weise so ausführlich um unseren Finger gekümmert. Er hätte von uns keine besondere Aufmerksamkeit erfahren und wir hätten ihn auch nicht besonders schützen wollen. […] Wir sehen, wozu der Schmerz da ist. Er zieht unsere gesamte Aufmerksamkeit auf sich, damit wir uns selbst beschützen und uns Raum zur Selbstheilung geben können.
Was haben wir also nach dem Nadelstich gemacht? Wir haben unsere gesamte Aufmerksamkeit auf unseren Zeigefinger gerichtet, auf unseren Schmerz, auf die Verletzung. Und dann haben wir den Finger nicht noch mehr verletzt, sondern wir haben uns um den Schutz gekümmert. Genau dieses schützende Verhalten ist vollkommen natürlich und dient insgesamt dem Heilungsprozess. Das ist es, was die Natur von uns will. Dort, wo ein Schmerz auftaucht, will dieser Schmerz sofort Aufmerksamkeit (= Bewusstsein), um in der nächsten Zukunft einen Schutz zu erfahren und in Ruhe heilen zu können. Ist der Heilungsprozess beendet, dann ist keine Aufmerksamkeit mehr nötig. Gleichzeitig haben wir eine Erfahrung gemacht, d. h. wir haben ein Muster in uns gebildet, das diese Schmerzerfahrung repräsentiert. […]
Gehen wir noch eine Ebene höher: Was ist das überhaupt, wenn ein Schmerz Aufmerksamkeit erhält? Was passiert hier eigentlich?
Wir können es auch anders formulieren: Wir reagieren auf den Schmerz. Wir stellen unsere Aufmerksamkeit dem Schmerz zur Verfügung. Es entsteht eine Rangfolge, eine Hierarchie! Der Schmerz erhält Vorrang vor allem anderen. Wir lassen uns vom Schmerz „leiten“ – zum Zweck der optimalen Selbstheilung. Diese Rangfolge ist vollkommen natürlich, ich nenne sie: „Heilungshierarchie“.

    Die Heilungshierarchie: Dort, wo ein Schmerz auftaucht, will dieser Schmerz sofortige Aufmerksamkeit
    (= Bewusstsein), damit wir Schutz erfahren und heilen können. Diesem Wunsch ordnen wir alles andere
    unter = Hierarchie.

Diese Heilungshierarchie hat eine zweite Seite. Es geht nicht nur darum, einen erlebten Schmerz wieder zu heilen, es geht auch darum, alle zukünftigen Schmerzen zu vermeiden und sich davor zu schützen. Haben wir uns mit einer Nadel verletzt, dann werden wir in Zukunft im Umgang mit Nadeln besser aufpassen (= aufmerksam sein), damit es uns nicht noch einmal passiert. Gleichzeitig werden wir andere Menschen davor warnen, dass man sich mit einer Nadel verletzen kann. Und wir werden vorsichtig gegenüber Menschen, die eine Nadel in der Hand haben. Denn sie könnten uns aus Versehen stechen. […]
Wenn uns also ein Mensch gezielt negativ beeinflussen will, dann braucht er nur eine Situation zu erschaffen, die uns an einen früheren Schmerz erinnert. Unser entsprechendes Muster im Gehirn wird aktiviert – und wir reagieren mit einem Schutzverhalten. Entweder wir fliehen (Rückzug) oder wir kämpfen (Abwehr) oder wir reagieren mit einer natürlichen Schreckstarre (Totstellreflex, Hemmung, Bewegungslosigkeit, Verstummen). Viele strenge Eltern beherrschen so eine Beeinflussung, indem sie zunächst ihr Kind regelmäßig bestrafen. Später brauchen sie nur noch streng zu schauen oder einen strengen Tonfall anzuwenden, ohne dass eine Strafe folgt. Und das Kind reagiert bereits auf den Blick oder den Tonfall mit einem Schutzverhalten.
Wird das Kind erwachsen, dann reagiert dieser Erwachsene mit Schutzverhaltensmuster (Rückzug, Abwehr, Hemmung), sobald andere Menschen einen strengen Blick zu haben scheinen oder einen strengen Tonfall an den Tag legen.

    Die zweite Seite der Heilungshierarchie: Dort, wo ein Schmerz als zukünftige Möglichkeit projiziert wird,
    will diese Gefahr sofortige Aufmerksamkeit, damit rechtzeitig ein schützendes Verhalten aktiviert werden
    kann. Auch diesem Wunsch ordnen wir alles andere unter = Hierarchie.

[…] Je stärker eine frische Verletzung wirkt oder je größer die Befürchtung vor einer zukünftigen Gefahr ist, umso stärker ist die damit verbundene Hierarchie. Die Beteiligten (Menschen oder Anteile/Muster eines Menschen) stehen zur Verfügung und ordnen sich der Verletzung oder der Befürchtung unter. Dadurch fühlen sie sich verstärkt gebunden. Es ist mehr Abhängigkeit vorhanden.
Je weniger eine Verletzung wirkt, weil sie kaum weh tut, oder je geringer die Befürchtung vor einer zukünftigen Gefahr ist, umso flacher ist die damit verbundene Hierarchie. Die Beteiligten (Menschen oder Anteile/Muster eines Menschen) fühlen sich weiterhin frei, zwanglos und unabhängig. […]
Um im Alltag mit solchen Beeinflussungen besser umgehen zu können und die verpflichtende Abhängigkeit ein wenig zu lockern, empfehle ich folgenden ersten Schritt:
Erkennen Sie, dass jeder Mensch innerhalb von Heilungshierarchien lebt und entsprechende Musterautomatismen (Schutzverhalten) im Verhalten gebildet hat. […]
Erkennen Sie als zweiten Schritt, dass sich alle Heilungshierarchien voneinander unterscheiden. Jeder Mensch empfindet ein Schmerzerlebnis anders und geht anders damit um. Und jeder braucht einen anderen Rahmen, um seinen erlebten Schmerz nachträglich heilen oder sich vor der inneren oder äußeren Wiederholung dieses Schmerzes schützen zu können.
Das bedeutet, dass wir niemals genau wissen können, in welchen Heilungshierarchien ein anderer Mensch lebt. Wir können mit unseren eigenen individuellen Schmerzerfahrungen und den dazugehörigen Heilungshierarchien in uns niemals genauso mitfühlen, wie ein anderer Mensch seine Schmerzerfahrung empfindet, wie er damit umgeht und was er an Unterstützung benötigt.
Jeder Mensch hat ein anderes Schmerzempfinden im Laufe seines Lebens entwickelt und berechnet die Gefahren in der Zukunft anders – seinen eigenen Erfahrungen entsprechend.
Erkennen Sie als dritten Schritt, dass die Heilungshierarchien der Menschen immer unabhängig voneinander sind. Und Unabhängigkeit bedeutet: Die Heilungshierarchien der unterschiedlichen Menschen können aufeinander reagieren, müssen es aber nicht automatisch. Wir müssen uns nicht von der Heilungshierarchie eines anderen Menschen, die wir sowieso nicht vollständig verstehen, anstecken lassen. Wir können auch unabhängig davon unsere eigene aktuelle Heilungshierarchie leben.
Ich schlage vor, sich das folgende innere Bild zu machen und als Musterautomatismus anzutrainieren:
Die unterschiedlichen Heilungshierarchien aller Menschen sind alle voneinander unabhängig!


Ausschnitt ab Seite 207:

Individuelle Realitäten
Ich habe bisher oft deutlich gemacht, wie stark wir Menschen uns voneinander unterscheiden und wie unterschiedlich unsere jeweiligen subjektiven Realitäten sind. Besonders im vorigen Kapitel hat sich wieder gezeigt, wie wichtig es sein kann, die individuellen Heilungshierarchien als „voneinander unabhängig“ zu erkennen, um uns nicht mehr unbewusst beeinflussen zu lassen.
Im Folgenden mache ich die Sichtweise über Unterschiede auf andere Weise noch deutlicher als bisher. Damit biete ich eine weitere Unterstützung für Ihre Musterumbildung bezüglich Ihres Menschenbildes an. Dieses erweiterte Menschenbild kann darin unterstützen, die inneren Muster besser voneinander unabhängig zu machen, als auch die unterschiedlichen Heilungshierarchien der Menschen besser als voneinander unabhängig zu erkennen. Letztendlich hilft es, uns selbst von den Beeinflussungen unseres Umfeldes als unabhängig zu erkennen, ohne distanziert zu sein. Wir gehören weiterhin zu allem dazu, sind mit allem verbunden und sind innerhalb dieser Verbundenheit gleichzeitig frei und unabhängig in der Wahl unserer Möglichkeiten.

Meine Frau und ich stehen in der Küche und kochen. Die Dunstabzugshaube rauscht laut. Meine Stieftochter Svenja blättert am Küchentisch in einem Katalog. Dabei murmelt sie eine kurze Bemerkung. Ich wiederhole das, was ich gehört habe: „Echt? Der Schirm kostet 50,- Euro?“ Meine Frau reagiert sofort: „Ich habe verstanden, dass das Pferd 50,- Euro kostet.“ Svenja korrigiert: „Ich habe ‚Shirt‘ gesagt!“
In meinem bisherigen Leben habe ich immer wieder solche Erfahrungen gemacht: Der andere versteht etwas anderes, als man selbst ausgedrückt hat. Ich schätze mal, dass jeder Mensch schon einige Male Missverständnisse erleben durfte.
Egal, wo wir hinschauen: Überall, wo Menschen miteinander zu tun haben, können wir Missverständnisse entdecken. Bis in die höchsten Ebenen der (scheinbar) klar strukturierten Wissenschaft hinein.
Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd (Habilitation über die Grundlagen der formalen Wahrheits- und Paradoxientheorie) ist der Ansicht, dass wir uns nicht wirklich „verstehen“ könnten, sondern dass es immer darum ginge, das am besten funktionierende Missverständnis miteinander zu finden.
Der amerikanische Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Ernst von Glasersfeld entwickelte zusammen mit dem bekannten österreichischen Biophysiker und Kybernetiker Heinz von Foerster in den 1970er Jahren das Denkmodell: „Radikaler Konstruktivismus“. Im Radikalen Konstruktivismus wird davon ausgegangen, dass das Gehirn des Menschen seine Realität ganz und gar (= radikal) selbst konstruiert. Das Gehirn erhält von außen kommende Sinnesreize und konstruiert aus diesen Reizen und aus Gedächtnisinhalten blitzschnell ein eigenes Bild von der aktuellen Realität. Unser Gehirn rechnet sich aus, wie wohl die Realität im Außen gerade sein könnte. Es „lenkt“ die von außen kommenden Signale.
Man kann beobachten, dass auch Neurowissenschaftler immer mehr ein dem Radikalen Konstruktivismus entsprechendes Bild vom Gehirn entwickeln.
Meine Frau war beim Kochen gerade in Gedanken bei einer Pferde-Ranch, während ich an das aktuell regnerische Wetter dachte. Und so sortierte jeder von uns die von Svenja kommende Beeinflussung (das Wort „Shirt“) in unsere jeweilige momentan aktivierte subjektive Realität ein. Meine Frau hörte „Pferd“, während ich „Schirm“ hörte. Die laute Dunstabzugshaube machte es möglich, dass wir Svenjas Aussprache nicht klar verstanden. Deshalb konnten wir in diese Lücke etwas interpretieren, was gerade zu unserem momentanen Gehirnzustand passte und gleichzeitig dem Ausdruck von Svenja ähnlich war.
In „Mustern“ ausgedrückt: Weil bestimmte Muster im Gehirn aktiv waren (Gedanken), wurden die Signale, die von außen ins Gehirn strömten, diesen aktivierten Mustern zugeordnet und entsprechend gedeutet. Wir kennen das aus unserer Traumwelt: Wenn wir träumen und gleichzeitig ein Geräusch von außen wahrnehmen (Wecker), dann binden wir dieses Geräusch in unseren Traum ein.
Schon der Schweizer Biologe und Pionier der kognitiven Entwicklungspsychologie Jean Piaget (1896 – 1980) hat erklärt, „dass die kognitiven Strukturen, die wir ‚Wissen‘ nennen, nicht als ‚Kopie der Wirklichkeit‘ verstanden werden dürfen, sondern vielmehr als Ergebnis der Anpassung.“  Das Gehirn eines Menschen passt sich an die empfangenen Sinnesreize an (= Musterbildung den Sinnesreizen entsprechend) – so wie eine Pflanze sich selbstständig nach dem Licht ausrichtet. Jedes Gehirn macht selbstständig „sein eigenes Ding“ aus der äußeren Realität, indem es sich mit seinen aktuellen Möglichkeiten an die empfangenen Sinnesreize anpasst.
Fazit: Nicht der Sender einer Botschaft bestimmt deren Bedeutung, sondern immer der Empfänger. Wie ich schon sagte: Der Empfänger ist der „Einfluss-Lenker“.
In dem Buch „Wie wir uns erfinden“ haben Heinz von Foerster und Ernst von Glasersfeld ein gemeinsames mehrtägiges Gespräch über den Radikalen Konstruktivismus aufgezeichnet. Dabei waren sie radikal und haben am Anfang des Buches geklärt, dass die Bedeutungen dieses Buches der Leser bestimmt. Heinz von Foerster sagt zudem noch wortwörtlich: „Der Hörer und nicht der Sprecher bestimmt die Bedeutung einer Bemerkung...“
Beide Autoren sind sich im Folgenden bewusst, dass sie in ihrem Buch lediglich ihre eigene Geschichte erzählen, ihre eigenen Ansichten, ihre individuelle Realität. Während ich ihr Buch gelesen habe, hat sich mein Gehirn eine eigene Wirklichkeit daraus konstruiert.
Wenn ich nun diesen Radikalen Konstruktivismus ernst nehme, dann bedeutet das für mich, dass sogar der Radikale Konstruktivismus, wie ich ihn bisher verstanden habe und über den ich hier schreibe, die Konstruktion meines Gehirns ist. Und selbst dieser Gedanke ist meine persönliche Konstruktion. Und wenn Sie das lesen, macht Ihr Gehirn eine eigene Konstruktion daraus usw. Jeder ist zu jedem Zeitpunkt ein Einfluss-Lenker.
Es könnte schwer sein, sich das praktisch vorzustellen und auf den Alltag zu übertragen. Ich weiß. Je öfter ich aber beobachte, wie wir Menschen uns untereinander missverstehen, umso klarer wird mir, wie „natürlich“ das ist und was dahinter steckt. Jeder Mensch lenkt auf seine ganz individuelle Weise im Gehirn die Einflüsse, die von außen in ihn hineinfließen. Jeder Mensch entwickelt aufgrund seiner individuellen Wünsche und Musterbildungen seine ganz eigene Sicht. Oder er hat vielleicht eine ähnliche Sicht, formuliert sie aber anders. Und diese Sicht hängt sogar noch davon ab, worauf sich ein Mensch gerade konzentriert, in welcher Stimmung er sich gerade befindet, welche Gefühle derjenige gerade hat oder welche Erfahrung er vor kurzem gemacht hat.
Kurz: Die aktuelle Realität hängt davon ab, welche Muster im Gehirn gerade aktiviert sind und benutzt werden.


Ausschnitt ab Seite 275:

Im Jahr 2014 habe ich ein Modell für die Empathie-Schule NeuroSonanz® entwickelt. Ich behaupte, dass sich mit diesem Modell fast alle Alltagssituationen darstellen lassen - genauso wie sich mit Hilfe der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau fast das gesamte Farbspektrum herstellen lässt. Sie werden erleben, dass Sie vieles, was ich bisher im Buch beschrieben habe, in diesem Modell wiederentdecken – und vielleicht noch mehr.
Das NeuroSonanz-Modell besteht im Grunde aus vier Elementen. Werden diese Elemente jeweils mit Schmerz kombiniert und werten wir diese Kombinationen als eigenständige Elemente, dann erhalten wir ein Modell aus insgesamt acht Elementen. Das entsprechende Schaubild dazu finden Sie auf der nächsten Seite. Später kommt noch ein neuntes Element dazu.
Alle Muster in uns wollen sich mehr oder weniger stark in bessere Gleichgewichte bewegen und befinden sich in entsprechenden „Prozessen“. Mit diesem Modell lassen sich nicht nur Alltagssituationen darstellen, sondern auch fast alle unsere inneren Prozesse. Deswegen gebe ich diesem Modell den Zusatz: „Neun Basismuster“.
Ich werde im Folgenden das NeuroSonanz-Modell ausführlich erklären. Wer noch mehr Informationen dazu lesen und auch dazugehörige farbliche Grafiken anschauen möchte, findet alles im Internet auf www.NeuroSonanz.com – dort im Archiv (eine ältere Version des Modells). Oder auch hier: www.realitäten-restaurant.de/vortrag7

Wofür ist das „NeuroSonanz-Modell: Neun Basismuster“ gut?
-   Sie können es als eine „Bild-Sprache“ einsetzen, um mit Ihren inneren Mustern zu kommunizieren. Damit erhalten Sie leichter Antworten von Ihren Mustern und lernen sich selbst besser zu verstehen (Kommunikation im Inneren).
-   Sie können damit im Gespräch mit anderen Menschen Ihre inneren Zustände erläutern (Kommunikation im Außen).
-   Sie können sich damit schneller in angenehme emotionale Zustände bringen (gute Gefühle, bessere Stimmung).
-   Sie können es als Werkzeug einsetzen, um sich besser in Ihr Umfeld hineinzuversetzen und es nachzuvollziehen (Empathie).
-   Sie können es als „Alarmanlage“ einsetzen, um schneller ungewollte und unbewusste Beeinflussungen aufzudecken.
-   Sie können es als Schutzschild einsetzen, um sich vor den Folgen ungewollter Beeinflussungen besser zu schützen.
… und noch vieles mehr.

In uns Menschen gibt es vier grundlegende Musterautomatismen, mit deren Hilfe wir uns in bessere Gleichgewichte bewegen. Diese Muster hängen mit unseren Basiswünschen zusammen, die ich in diesem Buch bereits erwähnt habe. Allerdings hilft nicht jedes Muster bei jedem Wunsch. Wir müssen von Situation zu Situation flexibel wählen, welches Muster gerade sinnvoll ist.
Die vier Muster lauten:
-   Ein eigenes Ziel erreichen wollen und es auch erreichen. Über sich hinauswachsen.
-   Sich dem Umfeld anpassen. Den Zielen des Umfeldes zur Verfügung stehen. Dazugehören.
-   Sich abgrenzen und keinem anderen Ziel zur Verfügung stehen. Nicht mitmachen, sich schützen, sich Raum nehmen.
-   Zustimmen, etwas als dazugehörig anerkennen. Sich heilen, integrieren, vervollständigen.

Diese vier Muster können wir den vier Elementen aus dem Modell zuordnen (obere Hälfte vom Schaubild):
Spieler: „Ich folge meinem Ziel.“
Mit-Spieler: „Ich stehe dir zur Verfügung.“
Nicht-Spieler: „Ich mache nicht mit.“
Alles-Spieler: „… und auch das gehört dazu.“
Ich habe den Begriff „Spieler“ verwendet, weil mich erstens dieser Begriff an das fröhliche Spielen von Kindern und vielen Erwachsenen erinnert und weil ich zweitens nach einem Begriff gesucht habe, der einprägsam ist und zum Modell passt. Das Ergebnis dieser Suche ist der Begriff „Spieler“.
Die anderen vier mit Schmerz kombinierten Muster (untere Hälfte vom Schaubild) kommen dadurch zustande, dass ein Mensch in seiner Kindheit zu diesen ersten vier Mustern gezwungen wird. So ein Zwang entsteht in Situationen, in denen ein Kind gerade nicht den Wunsch hat, das entsprechende Muster von sich aus zu leben. Aber Eltern oder andere Erwachsene empfinden es als angemessen und bringen das Kind gegen seinen Wunsch dazu, das entsprechende Muster zu leben. Oder sie kontrollieren es, dass das Kind das entsprechende Muster konzentriert und gewissenhaft durchführt. Dabei benutzen sie die Mittel: unangenehme Folgen, strenges Verhalten, schmerzvolle Strafe oder leidvoller Ausdruck („Mir geht es schlecht, wenn du das nicht machst“ – „Das ist aber schade!“ = Opfer = Ungleichgewicht). Je öfter ein Kind so einen Zwang erleben muss, umso weniger kann es solche Situationen im Nachhinein heilen und umso mehr bildet sich daraus ein schmerzvoller Musterautomatismus.
Spieler + Schmerz: „Ich soll ein Ziel verfolgen.“
Mit-Spieler + Schmerz: „Ich soll zur Verfügung stehen.“
Nicht-Spieler + Schmerz: „Ich darf nicht mitmachen.“
Alles-Spieler + Schmerz: „Ich soll das auch als dazugehörig anerkennen.“
(Der Begriff „soll“ kann auch durch „muss“ ausgetauscht werden.)
Wenn wir es schaffen, die vier mit Schmerz kombinierten Muster vom Schmerz wieder unabhängig zu machen, dann sind die vier gelösten („normalen“) Muster frei, locker und auch im schnellen Wechsel unabhängig voneinander lebbar.
Unser Alltag ist durchmischt von allen acht Basismustern. Welches Basismuster aktiviert ist, hängt sowohl von uns selbst als auch von der jeweiligen Situation ab. Mal folgen wir gerne unserem Ziel, mal zwingen wir uns dazu, mal machen wir gerne mit, mal fühlen wir uns zum Mitmachen gezwungen, mal machen wir lieber nicht mit und mal fühlen wir uns ausgeschlossen, mal können wir offen und frei zustimmen und mal zwingen wir uns, etwas zu integrieren, wollen es aber eigentlich gar nicht.
Ich kann mir vorstellen, dass Sie sehr viel mit all diesen Situationen anfangen können. Jeder von Ihnen ist garantiert in der Lage, entsprechende Beispielsituationen dafür zu erzählen, wenn er nicht sogar sein gesamtes Leben dadurch beschreiben kann.

Wenn Sie das Schaubild des NeuroSonanz-Modells auf Seite 276 anschauen, dann ist es wichtig zu wissen, dass bildlich zwar Beziehungen untereinander hergestellt sind (durch die Pfeile und Positionen zueinander), dass diese acht Basismuster in Wirklichkeit aber so unterschiedlich sind, wie Getränke unterschiedlich sind: Kaffee, Tee, Milch, Alkohol etc. Jedes Getränk ist anders und hat eine andere Wirkung. So ist es mit den Basismustern: Jedes Muster ist anders und hat eine andere Wirkung. Es gibt keine Widersprüche und keine Unlogik zwischen den Mustern, so wie es keine Widersprüche zwischen Getränken gibt. Es gibt nur Unterschiede und Wahlmöglichkeiten.
Im Folgenden steigen wir tiefer in das NeuroSonanz-Modell ein, indem ich mich ausführlicher den einzelnen Basismustern zuwende…


Ausschnitt ab Seite 375:

Lösender Umgang mit beeinflussenden Resonanzen
Sie sehen, dass möglicherweise im Alltag auf verdeckte Weise resonierende Empfindungen eine große Rolle spielen können. Dabei kann es zwei Leidtragende geben:
1. Der „Spieler“ leidet darunter, dass diejenigen, die sich ihm untergeordnet haben, etwas widerspiegeln, womit er nicht zurechtkommt. Denken Sie an Lehrer in der Schule, die von ihren Schülern genau die Ungleichgewichte gespiegelt bekommen, bei denen die Lehrer große Probleme haben. Oder denken Sie an mein Anfangsbeispiel dieses Kapitels: Ein Chef weiß genau, was zu tun ist, und möchte unbedingt, dass die Helfer es genauso umsetzen, wie er es sich vorstellt. Er will Fehler definitiv ausschließen. Die Helfer reagieren ungeschickt und machen vermehrt Fehler.
Außerdem leidet ein Spieler, wenn die ihn spiegelnden Menschen ihm sogar bewusst den Spiegel vorhalten. Sie bieten ihm die Vermutung an, dass das, was er gerade erleben muss, möglicherweise mit ihm selbst zu tun hat. Viele Menschen in so einer Spieler-Rolle bekommen in so einem Moment das Gefühl, den „schwarzen Peter“ (Verantwortung/Schuld) zugeschoben zu bekommen, und reagieren: „Die anderen sind doch schuld an den Fehlern. Sie machen doch die Fehler – nicht ich!“ Deswegen empfehle ich, einem leidenden Spieler so einen Spiegel zur Selbstreflexion vorsichtig „anzubieten“. Am besten keine Behauptungen aufstellen – und schon gar nicht Vorwürfe machen.
2. Der „Mit-Spieler“ leidet darunter, dass er sich beim Mitmachen nicht richtig wohl fühlt. Er spürt Stress oder fühlt sich gebremst oder auf andere Weise unwohl. Denken Sie beispielsweise an Schüler, die einen Lehrer und seine Eigenarten doof finden. Oder denken Sie an Helfer, die sich im Kontakt mit einem strengen Chef unter Stress fühlen. Erinnern Sie sich noch an mein Beispiel am Anfang des Buches? Ich erzählte, dass ich meiner Mutter selbstständig beim Tischdecken helfen wollte, um ihr eine Freude zu machen. Sie kam mir stattdessen zuvor und gab mir beim Eintreffen in der Küche die Anweisung, den Tisch zu decken. Anschließend fühlte ich mich unselbstständig und unwohl. Durch Ihre Anweisung wechselte ich in die Rolle des gehorchenden Mit-Spielers und war kein „Spieler“ mehr, der das Ziel hatte, seiner Mutter eine Freude zu machen. In der Rolle des Mit-Spielers fühlte ich mich unselbstständig: eine resonierende Empfindung zu der Projektion meiner Mutter, sie müsse mir sagen, was zu tun sei.
Ein Mit-Spieler leidet oft darunter, sich in einer Rolle wiederzufinden, die er eigentlich gar nicht haben wollte. Hier ist man (scheinbar) Opfer von projizierenden Menschen, die in bestimmten Mustern leben und ihr Umfeld in bestimmten Rollen sehen (Realitätskonstruktion). Diese Projektionen anderer Menschen spürt man durch die resonierenden Empfindungen in der Position als Mit-Spieler.

Bezogen auf das Thema „Beeinflussungen“ ist die Frage nun: Wie können wir in der Position als Spieler etwas ändern? Und wie können wir als Mit-Spieler etwas ändern?

Ich biete folgende Lösungen an:
SPIELER
Konzentrieren Sie sich in der Rolle als Spieler darauf, während Ihres Chefseins immer auch das Basismuster „Alles-Spieler“ zu leben. Trainieren Sie, bilden Sie ein Muster: Immer wenn Sie allein oder zusammen mit anderen Menschen ein Ziel verfolgen, egal wie dringend es ist und unter welchem Zeitdruck oder Stress Sie stehen, dann reagieren Sie auf jede Störung und auf jeden Fehler mit dem Muster: „… und auch das gehört zu meinem Chefsein dazu.“
Begrüßen Sie jeden „schwarzen Peter“, den man Ihnen zuschiebt, jede Schuld, die man Ihnen gibt, jede Verantwortung, die andere bei Ihnen sehen, und schauen Sie, was Sie für einen möglichen Zusammenhang zu sich selbst erkennen können. Auch allein die Tatsache, dass jemand anderes Ihnen die Verantwortung an allem gibt, können Sie als Spiegel verwenden: „Wenn auch das zu meinem Chefsein dazugehört, wie fühle ich mich damit? Was macht es mit mir? Und welche Informationen über mich selbst kann ich daraus gewinnen?“
Schauen Sie, was Ihnen die Störung oder der Fehler eventuell spiegelt und wie Sie nun als Chef mit der Störung oder dem Fehler so konstruktiv umgehen können, dass es Sie bei der Erreichung Ihres Ziels optimal unterstützt.
Sie haben als Spieler u. a. folgende Möglichkeiten, auf Störungen zu reagieren. Beobachten Sie, welche der folgenden Möglichkeiten sich in der jeweiligen Situation gut anfühlt bzw. Sie in der Erreichung Ihres Ziels unterstützt:
-   die Grenzen klarer setzen, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel schützen sollen.
-   die Grenzen lockerer machen als vorher und bisher Ausgeschlossenes als dazugehörig anerkennen.
-   den Inhalt Ihres Ziels ändern.
-   den Zeitpunkt verschieben, an dem das Ziel erreicht werden soll.
-   das Ziel etwas abspecken und sich mit weniger zufriedengeben.
-   das Ziel größer machen und sich mehr zugestehen.
-   die innere Haltung ändern, mit der Sie das Ziel verfolgen, indem Sie beispielsweise den „Schmerz“ aus der ganzen Sache rausziehen, der bei Ihnen noch mit dieser Zielerreichung verklumpt ist.
-   das Störende und der gelöste Zustand in Ihrer Fantasie symbolisieren, mit Hilfe der Popin-Methode bearbeiten und unabhängig voneinander machen usw.
Kurz: Verändern Sie als Spieler etwas in sich selbst, bis Sie sich mit sich selbst zufriedener fühlen (besseres Gleichgewicht). Beobachten Sie dann, ob sich in Ihrem Umfeld der „Spiegel“ entsprechend verändert und die anderen Menschen mit angenehmeren resonierenden Empfindungen reagieren. Oder Sie können nach Ihrer Veränderung mit den Reaktionen der anderen gelassener umgehen. Vielleicht passt es auch, Ihren Mit-Spielern die Eigenverantwortung zu lassen. Wenn es den anderen nicht gefällt, müssen sie ja bei Ihnen nicht mitmachen. Jeder ist frei, sich aus der Mit-Spieler-Rolle in die Nicht-Spieler-Rolle zu bewegen.

MIT-SPIELER
Hier sehe ich vier Möglichkeiten:
1. Konzentrieren Sie sich in der Rolle des Mit-Spielers darauf, dass Sie sich als Spieler (Chef Ihres Erlebens) für die Rolle des Mit-Spielers (für ein fremdes Ziel) selbst entschieden hatten. Auf einer höheren Ebene verfolgen Sie gerade auch ein eigenes Ziel. Machen Sie sich Ihr eigenes Ziel wieder bewusst. Entscheiden Sie als Chef Ihres Erlebens, ob Sie unter Berücksichtigung Ihres eigenen Ziels diese unangenehmen Gefühle weiter in Kauf nehmen oder ob Sie von dem fremden Ziel loslassen wollen und nicht mehr weiter mitmachen – und damit zum Nicht-Spieler werden.
Beispiele: Hinter Ihrer Arbeit bei einer Firma steckt das eigene Ziel, den Lebensunterhalt zu verdienen. Hinter meiner Unselbstständigkeit im Kontakt mit meiner Mutter steckte das eigene Ziel, sie nicht mit ihrer falschen Projektion konfrontieren zu wollen, damit sie nicht ihr Gesicht verliert und mit Rechtfertigung reagiert. Manche Menschen stehen zur Verfügung, weil sie Angst haben, sonst extrem bestraft zu werden. Sie wählen das geringere Übel.
Falls Sie sich in der Rolle des leidenden Mit-Spielers tatsächlich entscheiden sollten, nicht mehr weiter mitzumachen, dann können Sie wie folgt vorgehen: Sie wechseln zuerst in die Rolle des Alles-Spielers: „… und auch dieses Ungleichgewicht gehört jetzt dazu. Und es gehört dazu, dass ich mir erlaube, mich dafür nicht weiter zur Verfügung zu stellen.“ Dadurch haben Sie sich nun die Erlaubnis gegeben, als nächstes in die Nicht-Spieler-Rolle zu wechseln. Dort sagen Sie: „Ich respektiere das Ziel des anderen, stehe aber nun nicht weiter zur Verfügung.“ Und der letzte Schritt ist, sich auf ein neues eigenes Ziel zu konzentrieren, dadurch in die Spieler-Rolle zu wechseln und wieder für sich selbst aktiv zu werden.
Mit-Spieler  ->  Alles-Spieler  ->  Nicht-Spieler  ->  Spieler

2. Sie können innerhalb Ihrer Rolle als Mit-Spieler ein eigenes Ziel verfolgen. Sie passen sich als Mit-Spieler also nicht vollständig an und geben sich nicht komplett hin, sondern nur unter einer bestimmten Bedingung. Stecken Sie sich beispielsweise das Ziel: „Während ich zur Verfügung stehe, will ich freundlich behandelt werden.“ Wenn nun ein anderer Mensch (Chef oder Mitarbeiter) Sie freundlich behandelt, dann ist dieser andere Mensch bezogen auf Ihr eigenes Ziel ein Mit-Spieler. Der andere Mensch ist freundlich und passt deshalb in Ihren Zielbereich. Wenn aber jemand unfreundlich wird, dann schließt sich dieser Mensch gerade selbst aus und macht sich bezogen auf Ihr Ziel zum Nicht-Spieler. Testen Sie die beiden folgenden Sichtweisen. Was fühlt sich für Sie besser an?
a) „Der andere verhält sich unfreundlich, ist dominant und ich muss darunter leiden.“
b) „Der andere verhält sich unfreundlich und katapultiert sich dadurch selbst ins Aus.“
Die Beschreibung unter Punkt a) stellt dar, dass der Unfreundliche die Spieler-Rolle hat, während Sie die Mit-Spieler-Rolle haben.
Die Beschreibung unter Punkt b) stellt dar, dass Sie die Spieler-Rolle haben und der Unfreundliche sich selbst aus seiner Mit-Spieler-Rolle in die Nicht-Spieler-Rolle bewegt hat. Diese Nicht-Spieler-Rolle passt nicht mehr zu Ihrem Ziel („Ich will freundlich behandelt werden“).
Wenn ich mich in diese beiden Sichtweisen einfühle, ist die Sichtweise b) wesentlich energievoller für mich. Ich bin und bleibe der Chef meines Erlebens – auch während ich zur Verfügung stehe.

3. Wechseln Sie die Rolle. Bleiben Sie Mit-Spieler, aber stellen Sie sich für eine andere Aufgabe zur Verfügung. Entweder fragen Sie denjenigen, zu dem Sie sich möglicherweise in Resonanz befinden, ob Sie eine andere Rolle haben dürfen, oder Sie machen es still für sich. Geben Sie Ihren inneren Mustern eine Anweisung: Lasst mich hier die beste Rolle empfinden, die ich im Moment im Kontakt zu diesem Umfeld spüren kann und spüren darf.
Beobachten Sie, wie Ihre inneren Muster darauf reagieren.
Wenn sich nichts ändern sollte, ist die aktuelle Rolle vielleicht die momentan Bestmögliche.

4. Stellen Sie sich in Ihrer Fantasie ein Symbol für Ihren momentanen Zustand vor – und auch ein Symbol für den gelösten Zustand. Nutzen Sie die Popin-Methode und machen Sie beide Symbole voneinander unabhängig. Wie fühlen Sie sich damit? …


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